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Westend-Campus „Wir werden bis 2014 fertig sein“

05.12.2008 ·  Mit einem Festakt hat die Universität den Baufortschritt auf dem Westend-Campus gefeiert. Einige Studenten fühlten sich nach eigenem Bekunden durch die rigiden Einlasskontrollen ausgesperrt.

Von Sascha Zoske
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Es lag nicht am schlechten Wetter, dass die Universität am Freitag darauf verzichtete, den ersten Spatenstich tatsächlich ausführen zu lassen. Und es war nicht der Regen, der heftig ans Fenster trommelte, als Uni-Präsident Rudolf Steinberg die große Festgesellschaft im Casino-Anbau begrüßte. Radikale Gegner des angeblich zu wirtschaftsfreundlichen Kurses der Hochschule hatten nach Worten von Uni-Sprecher Olaf Kaltenborn angekündigt, die Feier zum Ende des ersten und zum Beginn des zweiten Bauabschnitts auf dem Westend-Campus zu stören. Die Polizei habe daher geraten, den Programmpunkt „Spatenstich“ zu streichen.

Keine Studiengebühren mehr

Nicht verhindern konnte das Sicherheitspersonal, dass eine Handvoll Demonstranten lautstark gegen die Scheiben schlug, weil sie sich nach eigenem Bekunden durch die rigiden Einlasskontrollen ausgesperrt fühlten. Das Glas erwies sich indes als ebenso robust wie die Nerven des Präsidenten, der seine Rede unbeirrt fortsetzte. Manches von dem, was er sagte, hätte den Studenten durchaus gefallen können. Zum Beispiel seine Begründung, warum der Sitz des Präsidiums am Rand des neuen Uni-Areals errichtet wird statt wie zunächst vorgeschlagen in dessen Mitte: „Die Studierenden gehören in das Zentrum des Campus, nicht die Verwaltung.“

Auch sonst gab sich Steinberg Mühe, angesichts der vollendeten Gebäude nicht zu triumphalistisch zu klingen. „Was hier realisiert wurde, ist alles andere als ein ,monumentaler Herbst‘“, rief er und distanzierte sich damit von der Überschrift der Einladung, die die Universität zum Festakt verschickt hatte. Was die Architekten auf dem Gelände hinter dem IG-Farben-Haus geschaffen hätten, sei gerade keine „menschenverachtende, brutale Betonarchitektur“ wie jene in Bockenheim, sondern ein Ensemble, mit dem sich die Studenten identifizieren könnten.

Dass das Getrommel der Protestierer just in dem Moment aufhörte, als Wissenschaftsministerin Silke Lautenschläger (CDU) das Wort ergriff, war wohl Zufall – auch wenn mancher Studiengebührengegner mit Freude Lautenschlägers Beteuerung gehört haben dürfte, im Falle eines Wahlsieges werde die CDU die ungeliebten Beiträge keinesfalls wieder einführen: „Wir wollen nicht zweimal mit dem gleichen Kopf gegen die gleiche Wand rennen.“ Die Ministerin bot den Studenten Gespräche an, denn deren Ziel müsse doch das gleiche sein wie das der Landesregierung: die Studienbedingungen weiter zu verbessern.

Kunstwerk auf dem Campus geplant

Ebenso wie Lautenschläger gab sich Finanzminister Karlheinz Weimar (CDU) überzeugt, dass hierzu mit den Neubauten für Recht und Wirtschaft sowie dem Hörsaalzentrum ein großer Beitrag geleistet worden sei. Kaum weniger aufwendig als dieser 170 Millionen Euro teure erste Bauabschnitt wird der zweite sein, der nun beginnt. Bis Oktober 2011 sollen der künftige Sitz der Gesellschafts- und Erziehungswissenschaften, der Psychologie und der Humangeographie, die Uni-Verwaltung und eine Tiefgarage fertiggestellt sein. Das alles wird noch einmal rund 168 Millionen Euro kosten. In der dritten Stufe folgen dann die Gebäude für die Fachgruppen Kunst, Musik und außereuropäische Sprachen sowie die Zentralbibliothek. Weimar ist sich sicher, auch hier den Zeitplan einhalten zu können: „Wir werden bis 2014 fertig sein.“

Über die Neubauten hinaus versprach der Minister der Universität noch eine weitere Attraktion: „Wir werden ein sehr schönes Kunstwerk auf den Campus holen“ – eines, das ähnlichen Wahrzeichencharakter habe wie die Henry-Moore-Skulptur vor dem früheren Bundeskanzleramt in Bonn. Mit potentiellen Stiftern sei man schon im Gespräch.

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Jahrgang 1969, Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

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