03.03.2009 · Es ist nicht übertrieben zu sagen, dass Affen in Frankfurt eine Art Popstar-Status haben, wie man am Beispiel des legendären Gorillas „Matze“ gesehen hat. Und nun gibt es einen weiteren Affen im Borgori-Wald, der das Zeug zum Publikumsliebling hat: „Bili the Bonobo“.
Von Katharina IskandarWer als Affe nach Frankfurt kommt, hat es nicht leicht. Jeder Schritt wird verfolgt, jeder Blick kommentiert. Es ist nicht übertrieben zu sagen, dass Affen in Frankfurt eine Art Popstar-Status haben, wie man am Beispiel des legendären Gorillas „Matze“ gesehen hat. Am Liebesleben seines Nachfolgers „Viatu“ nimmt die Öffentlichkeit schon seit Monaten Anteil. Und nun gibt es einen weiteren Affen im Borgori-Wald, der das Zeug zum Publikumsliebling hat: „Bili the Bonobo“. Ein Affe mit einer traurigen Geschichte, die in Frankfurt ein glückliches Ende finden soll.
Geboren wurde er am 8. Oktober 2008 im Zoo von Twycross, der vor allem für seine Primatenzucht bekannt ist. Seine Mutter „Maringa“ verstieß den zotteligen Kerl kurz nach der Geburt. Damit er überleben kann, kam er nach Frankfurt, weil der Tiergarten dort einer der wenigen in Europa ist, der Erfahrung in der Handaufzucht von Menschenaffen hat. In Twycross ist man offenbar glücklich über diese Lösung - auf der Internetseite des Zoos prangt die rührende Schlagzeile: „Bili goes to Frankfurt to start a new life.“
Das neue Leben dürfte aufregend werden für den kleinen Bonobo, der mit der fast gleichaltrigen „Omanga“ eine Spielgefährtin haben wird. Vorerst aber besteht sein Alltag aus Schlafen und Trinken - rund um die Uhr. Ein richtiger Nachtmensch sei der Engländer, sagt Tierpfleger und Ziehvater Carsten Knott, der keine Nacht mehr durchschlafen kann. „Der Kleine braucht viel Aufmerksamkeit.“
Schon in den nächsten Tagen soll der Bonobo laut Zoodirektor Manfred Niekisch ins Gehege zu seiner neuen Familie ziehen. Dort wird er von einer der beiden Affen-Frauen „Kutu“ und „Zomi“ umsorgt, die derzeit mit einem Stofftier für diese neue Aufgabe trainieren.
So lange lässt „Bili“ das Interesse an seiner Person ruhig über sich ergehen. Wenn es ihm zu viel wird, schläft er einfach ein, selig nuckelnd mit Daumen im Mund. Ein Star will der kleine Bonobo mit den großen Kulleraugen bestimmt nicht sein. Dennoch: Er wird es kaum vermeiden können.