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Verkehr Frischlufttaxis für Frankfurt - Rikschas rollen vor den Römer

02.04.2004 ·  In ihren asiatischen Heimatstädten fahren sie immer mehr ins Abseits, in Frankfurt sind sie indes der letzte Schrei: Von Montag an rollen Fahrradtaxis durch Hessens größte Stadt. Die „CityCruiser“ können herangewinkt oder angerufen werden.

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In ihren asiatischen Heimatstädten fahren sie immer mehr ins Abseits, in Frankfurt sind sie der letzte Schrei: Von Montag an rollen Fahrradtaxis durch Hessens größte Stadt. 15 „CityCruiser“, die in einer aerodynamisch geformten Kabine Platz für den strampelnden Fahrer und zwei Gäste bieten, sollen bis Oktober täglich von 12 Uhr bis 19.30 Uhr Fahrgäste kutschieren, kündigt Velotaxi-Geschäftsführer Matthias Graf an.
Auf zwei festen Linien fahren sie durch die Frankfurter Innenstadt an Sehenswürdigkeiten wie der Paulskirche, dem Dom und der Alten Oper vorbei. „Das besondere am Velotaxi ist, daß es auch dort fährt, wo Busse und Taxis passen müssen“, sagt Graf. Den Frankfurtern, für die ihre Sehenswürdigkeiten altbekannt sind, verspricht er anderen Spaß: „Die Velotaxis haben einen hohen Flirtfaktor“.

In vielen deutschen Großstädten gehören die Frischlufttaxen schon zum Stadtbild: In Berlin beginnt bereits die achte Velotaxi-Saison. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit war von dem innovativen Verkehrsmittel so begeistert, daß er ihm Erfolg in allen deutschen Städten prophezeite. In dieser Saison rollen die modernen Rikschas bereits durch Potsdam, Leipzig, Dresden, München, Hamburg, Köln und Düsseldorf und nun auch Frankfurt. Am Main fehlt es nur noch an einem: einer ausreichenden Zahl Fahrer. „Wir wünschen uns vor allem noch ein paar Frauen, da wir bislang viel mehr Männer haben“, erklärt Rikscha-König Graf.

Fahrgäste können „CityCruiser“ heranwinken oder anrufen

Einen festen Stand für die Fahrzeuge soll es nicht geben. Fahrgäste können sich einen vorbeifahrenden „CityCruiser“ heranwinken oder telefonisch bestellen. Die Kurzstrecke bis zu einem Kilometer kostet 2,50 Euro, jeder weitere Kilometer einen Euro und die halbstündige Velotaxi-Tour kostet 7,50 Euro pro Person. Die Radlkutschen sind nicht an ihre Routen gebunden, sondern können wie ein Taxi zu jedem beliebigen Ziel fahren. „Unser erster Auftrag geht vom Dornbusch nach Ginnheim“, sagt Matthias Graf. Von einer Konkurrenz zu den Kraftdroschken will er aber nichts wissen: „Unsere Höchstgeschwindigkeit liegt bei etwa 15 bis 20 Kilometer die Stunde. Wer bei längeren Strecken schnell von A nach B gebracht werden möchte, bestellt immer noch unsere motorisierten Kollegen.“

Der Vorsitzende des Frankfurter Taxivereinigung, Klaus Böttiger, beobachtet das neue Verkehrsmittel hingegen mit Skepsis: „Wenn die Fahrradtaxis von der Oper zur Hauptwache fahren und über die Zeil fahren dürfen, dann stellen sie schon eine Konkurrenz für uns dar.“ Von seinen Berliner Kollegen habe er jedoch erfahren, daß die schlimmsten Befürchtungen nicht eingetreten seien.

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