Die Universität Frankfurt will die Geisteswissenschaften durch ein Forschungskolleg Humanwissenschaften stärken. Dies sagte Universitätspräsident Rudolf Steinberg im Gespräch mit dieser Zeitung. Das Zentrum für interdisziplinäre Forschung hiesiger und auswärtiger Wissenschaftler zu aktuellen gesellschaftsrelevanten Fragen soll in Bad Homburg entstehen. Dort befindet sich das Anwesen der Werner-Reimers-Stiftung, mit der die Hochschule bereits Vereinbarungen getroffen hat.
An der Sicherung des jährlichen Budgets von einer Million Euro werde gearbeitet, so Steinberg: Zahlen sollen neben der Hochschule das Land, der Hochtaunuskreis, die Stadt Bad Homburg sowie Sponsoren und weitere Stiftungen. Angestrebt werde eine Konsortiallösung, an der sich auch die Technische Universität Darmstadt und das Frankfurter Kulturkomitee beteiligen sollen. Denn die neue Institution soll auch die Öffentlichkeit und die Kulturszene einbinden.
Fellows und Nachwuchswissenschaftler
Die Reimers-Stiftung stellt ihr Tagungszentrum zur Verfügung und deckt dessen Betriebskosten. Zuvor soll es nach Plänen des Architekten Jochem Jourdan für 2,5 Millionen Euro umgebaut werden. Die Kosten dafür sollen sich Land, Kreis, die Stadt Bad Homburg und die Universität teilen.
Das laut Steinberg einzigartige Kolleg könnte schon Ende nächsten Jahres seine Arbeit aufnehmen. Sogenannte Fellows und Nachwuchswissenschaftler sollen gemeinsam je zwei bis drei Jahre an Projekten arbeiten, die auswärtigen Wissenschaftler können im Kolleg auch wohnen. Die Themen soll ein wissenschaftlicher Beirat wählen, geführt wird die Einrichtung durch einen nebenberuflich tätigen Direktor. Nun will Steinberg Gespräche mit den ortsansässigen Wissenschaftlern führen, für deren Forschung das Kolleg ein Anreiz sein soll.

