Offenbar gibt es derzeit Verhandlungen darüber, wie der universitätseigene Botanische Garten zu erhalten ist, wenn bis 2012 die biologischen Institute auf den neuen Campus Riedberg umgezogen sind. Der Erhalt selbst scheint unstrittig, denn wie die Universität nun mitteilte, wird der Garten aus ihrem Haushalt finanziert, in dem ein „sechsstelliger Betrag des Landes“ für den Garten enthalten sei. Der Fortbestand sei damit über den Umzug hinaus gesichert.
Zwar soll es auch auf dem Riedberg Pflanzen zu Forschung und Lehre geben. Doch solle der jetzige Garten in seiner wissenschaftlichlichen Funktion erhalten bleiben und der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen, teilte die Universität mit. Sie wolle aber die künftige Verwendung der Institutsgebäude auf dem Gelände geklärt wissen. Der Garten selbst werde „im Zuge einer Vernetzung von Palmengarten und Grüneburgpark eine noch wichtigere Rolle als bisher spielen“. Damit wurden indirekt Gespräche zwischen Universität, Stadt und Land zur Zukunft des Gartens bestätigt, die weit über dessen reinen Erhalt hinausgehen.
1767 am Eschenheimer Turm von Senckenberg gestiftet
Einen Bericht der „Bild“-Zeitung über einen geplanten „Central Park“ im Westend, der Palmengarten, Botanischen Garten und Grüneburgpark zusammenführen solle, mochte niemand bestätigen. Wie jedoch zu hören ist, wird in der Tat an einer größeren stadtplanerischen Lösung für das Areal gearbeitet. Die Gespräche darüber seien jedoch noch längst nicht abgeschlossen, hieß es.
Die Zukunft des Botanischen Gartens beschäftigt nicht nur dessen überaus aktiven Freundeskreis. Die Anlage gilt mit ihren verschiedenen Vegetationstypen und zahlreichen vom Aussterben bedrohten Arten als unersetzlich. Schon seit langem favorisieren Gartenschützer eine Zusammenlegung mit dem Palmengarten. Dieser wäre jedoch finanziell und personell nicht in der Lage, das knapp acht Hektar große Areal zusätzlich zu betreiben, das von derzeit 26 Angestellten gepflegt wird und dadurch laut Angaben aus dem Jahr 2004 rund 1,4 Millionen Euro Kosten verursacht. Schon länger war die Hoffnung zu hören, eine Stiftung, eventuell die Senckenberg-Gesellschaft, könne sich für den Garten engagieren.
Der Gedanke liegt nahe, wurde der erste Botanische Garten doch 1767 am Eschenheimer Turm von Johann Christian Senckenberg gestiftet. Auch der zweite Garten, 1907 am Rand des Palmengartens angelegt und erst 1958, nach Fertigstellung des heutigen dritten Gartens, aufgegeben, diente der Senckenbergischen Forschung. Bis heute beherbergt er vor allem lokale Pflanzen - einem Wunsch Senckenbergs entsprechend.

