08.02.2009 · Vier Monate nach Einführung der Umweltzone hat das Straßenverkehrsamt in Frankfurt damit begonnen, schärfer zu kontrollieren. Wer keinen Aufkleber am Wagen hat, zahlt 40 Euro und bekommt einen Punkt in Flensburg.
Von Mechthild HartingRund 500 Bußgeldbescheide hat die Stadt in der vergangenen Woche Autofahrern ausgestellt, die ohne Feinstaubplakette in Frankfurt unterwegs waren. „Das waren rund 100 pro Tag“, teilte das Straßenverkehrsamt mit. Rainer Michaelis, Leiter der Verkehrsüberwachung, schätzt, dass rund fünf Prozent aller Fahrzeuge noch immer keine Plakette haben. Der Anteil der Frankfurter, die weder eine rote, gelbe noch eine grüne Plakette hätten, liege bei rund 30 Prozent.
Michaelis zufolge handelt es sich nicht nur um alte Autos mit hohem Schadstoffausstoß, die ohnehin keine Plakette erhalten würden. Nach seiner Einschätzung ist die häufigste Ursache für das Fehlen der Plakette Nachlässigkeit. Wer ohne sie in Frankfurt unterwegs ist, muss mit 40 Euro Bußgeld und einem Punkt in Flensburg rechnen.
Ruhender Verkehr wird kontrolliert
Die Stadt hatte am 2. Februar, vier Monate nach Einführung der Umweltzone und der Plakettenpflicht, damit begonnen, in der Stadt schärfer zu kontrollieren. „Wir haben keine Sonderkontrolle veranlasst“, erläuterte der Abteilungsleiter aus der Straßenverkehrsbehörde. Vielmehr ist zum 1. Februar der Bußgeldkatalog geändert worden, so dass erstmals überhaupt der sogenannte ruhende Verkehr kontrolliert werden kann. Die Ordnungskräfte der Stadt schauen bei ihren üblichen Kontrollgängen durch die Straßen nun auch danach, ob die Fahrzeuge eine Plakette haben. Bisher hatte nur die Polizei bei ihrem üblichen Streifendienst Fahrzeuge anhalten und überprüfen können.
Für Michaelis ist es unverständlich, dass es immer noch Fahrzeughalter gibt, die über die Plakettenpflicht nicht informiert sind. Seit Oktober weise die Stadt auf den elektronischen Hinweistafeln sowie durch Schilder, die auch auf den Autobahnen zu finden seien, darauf hin, dass der größte Teil des Stadtgebiets – alle Flächen innerhalb des Autobahnrings – zur Umweltzone gehöre, in der besonders umweltschädliche Autos nicht mehr unterwegs sein dürfen. „Die Hinweise kann man eigentlich gar nicht übersehen.“
Viele haben noch keine Plakette
Die Straßenverkehrsbehörde rät, bei den Zulassungsstellen, beim Tüv oder bei Werkstätten die fünf Euro teure Plakette zu erwerben. Diese müsse rechts unten an der Innenseite der Windschutzscheibe angebracht werden. „Und zwar nicht mit Tesafilm“, warnt Michaelis, sondern mit der zur Plakette gehörenden selbstklebenden Folie. Die Plakette dürfe aber auch nicht hinten an der Scheibe kleben, auch solche Fahrzeuge seien bei den Kontrollen aufgefallen. Autofahrer sollten auch daran denken, bei einem Wechsel des Autokennzeichens sich eine neue Plakette zu besorgen.
Bei einer nicht repräsentativen Umfrage der Rhein-Main-Zeitung auf www.faz. net in der vergangenen Woche hatten von rund 700 Personen, die sich zu Wort gemeldet hatten, knapp 20 Prozent angegeben, noch keine Plakette zu haben. Fast 16 Prozent gaben an, es auf eine Kontrolle ankommen lassen zu wollen.