Der Freiwillige Polizeidienst stößt offenbar nicht nur in den Ortsbeiräten auf Skepsis. Auch die Frankfurter Bevölkerung glaubt noch nicht so recht daran, daß die 90 Polizeihelfer die Sicherheit in der Stadt verbessern können. Das jedenfalls hat eine repräsentative Umfrage ergeben, die das Mannheimer Institut für praxisorientierte Sozialforschung (Ipos) im Auftrag dieser Zeitung und von Hitradio FFH durchgeführt hat.
Auf die Frage „In verschiedenen Frankfurter Stadtteilen gehen ehrenamtliche Polizeihelfer auf Streife. Glauben Sie, daß dadurch die Sicherheit sehr stark, stark, weniger stark oder gar nicht verbessert wird?“ antworteten nur 37,2 Prozent der Befragten, daß die Polizeihelfer die Sicherheitslage in der Stadt „stark“ oder „sehr stark“ positiv beeinflussen könnten. 59,6 Prozent hingegen glauben weniger oder gar nicht daran.
„Übermütige Hilfssheriffs“
Seit Monaten wird über die freiwilligen Polizeihelfer diskutiert. Gestritten wird vor allem darüber, welche Aufgaben sie übernehmen sollen. Viele Bürger befürchten, daß leichtfertig „übermütige Hilfssheriffs“ eingestellt würden, die ihre neuerworbene Macht ausnutzen könnten, wie es etwa in Berlin der Fall gewesen ist. Daß das in Frankfurt besser ablaufen soll, dafür will das Polizeipräsidium gemeinsam mit dem Sicherheitsdezernat sorgen. „Wir wollen keine Hilfssheriffs“, betont der zuständige Polizist und Ausbilder Gregor Dietz. Die Polizeihelfer trügen keine Schußwaffen, sondern lediglich ein Pfefferspray. Außerdem sollen sie vorrangig Ansprechpartner für die Bürger sein und Vorfälle melden - um Kriminalität vorzubeugen.
Vor allem CDU-Anhänger glauben laut Umfrage an dieses Konzept: Rund 45 Prozent können sich vorstellen, daß die Polizeihelfer die Sicherheit verbessern. Bei den SPD-Anhängern sind es nur etwa 38 Prozent, gut 60 Prozent bleiben kritisch. Ähnlich sieht es bei den Anhängern der FDP aus. Die größte Skepsis gibt es aber bei den Grünen-Anhängern: Dort sind fast drei Viertel der Befragten überzeugt, daß das Vorhaben nichts zur Sicherheit beitragen werde. Nur 24,9 Prozent glauben an einen Erfolg. Ob der Freiwillige Polizeidienst die Alltagskriminalität in den Stadtteilen tatsächlich verhindern kann, wird man frühestens im Januar sehen. Dann gehen die ersten Polizeihelfer auf Streife.
