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Umfrage Petra Roth baut ihren Vorsprung noch aus

19.01.2007 ·  Petra Roth liegt vor der Oberbürgermeisterwahl in Frankfurt weiterhin vorn. 76 Prozent der Befragten würden die CDU-Politikerin wählen, 21 Prozent den SPD-Kandidaten Franz Frey, ergab eine Umfrage im Auftrag der F.A.Z. Die übrigen acht Kandidaten spielen keine Rolle.

Von Werner D'Inka
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Eine Woche vor der Oberbürgermeisterwahl liegt Amtsinhaberin Petra Roth (CDU) deutlicher vor ihrem sozialdemokratischen Herausforderer Franz Frey als noch im Dezember. 76 Prozent für Roth, 21 Prozent für Frey – dieses Stimmungsbild hat das Mannheimer „Institut für praxisorientierte Sozialforschung“ (Ipos) bei denjenigen ermittelt, die fest vorhaben, am 28. Januar zur Wahl zu gehen.

Schon in der vorigen Umfrage in der ersten Dezemberwoche hatte Roth mit 73 Prozent weit vor Frey (25 Prozent) gelegen. Damals hatte allerdings nur jeder dritte Befragte gewusst, dass Frey kandidiert. Seitdem ist Frey bekannter geworden – nun kennen ihn 57 Prozent –, aber offenbar nicht beliebter. Auffallend niedrig bleibt Freys Bekanntheitsgrad selbst bei seinen eigenen Leuten, denn eine Woche vor der Wahl wissen nur 52 Prozent der SPD-Anhänger, dass sich der Frankfurter SPD-Vorsitzende Frey um das Amt des Oberbürgermeisters bewirbt. Roths Bekanntheit als Kandidatin ist von 70 auf 79 Prozent gestiegen.

„Lotterie-Ergebnis“ möglich

Noch deutlicher als im Dezember weist Ipos-Geschäftsführer Matthias Jung darauf hin, dass es sich um eine Momentaufnahme handele, die zwar die Stimmung angemessen wiedergebe, aber nicht als Prognose des Wahlausgangs gewertet werden dürfe. Roths Dominanz sei so „erdrückend“, dass viele ihrer Anhänger möglicherweise aus lauter Siegesgewissheit zu Hause blieben und potentielle Frey-Wähler aus Verzagtheit. Eine solche Konstellation könne zu einem „Lotterie-Ergebnis“ führen, sagt Jung. Ein Triumph Roths sei ebenso denkbar wie ein überraschend schwaches Abschneiden. Vor der Oberbürgermeisterwahl im März 2001 hatte Roth in Umfragen mit 63 Prozent ebenfalls weit vor Joachim Vandreike (SPD) gelegen. Am Wahltag kam sie aber nur auf 48,6 Prozent und musste in eine Stichwahl.

Für die Erwartung einer niedrigen Wahlbeteiligung spricht das nach wie vor geringe Interesse an der Oberbürgermeisterwahl. 10 Prozent der Befragten interessieren sich „sehr stark“ und 34 Prozent „stark“ dafür. Im Dezember hatte der Anteil dieser beiden Gruppen noch um zwei Prozentpunkte höher gelegen. 56 Prozent der Befragten ist die Wahl ihres Stadtoberhaupts eine Woche vor dem Termin mehr oder weniger einerlei. 18 Prozent können ohne die Vorgabe von Namen keinen einzigen Kandidaten benennen. Im Dezember waren es noch 27 Prozent.

Grüne schwenken um

Frey hat es offenbar nicht geschafft, gestiegene Bekanntheit in Anhängerschaft umzumünzen, auch im sozialdemokratischen Reservoir nicht. Nur 29 Prozent der SPD-Anhänger geben an, für Frey stimmen zu wollen, zwei Punkte weniger als im Dezember. Immerhin 22 Prozent (plus zwei Punkte) von ihnen neigen Roth zu.

Vor allem aber hat die Oberbürgermeisterin in den zurückliegenden Wochen Anhänger der Grünen für sich eingenommen. Von denjenigen, die den Grünen zuneigen, sagen jetzt 24 Prozent, sie gäben Roth ihre Stimme, während nur 15 Prozent für Frey votieren wollen. Damit hat Roth im Grünen-Lager die Mehrheit auf ihre Seite gezogen, im Dezember hatte Frey noch mit 18 gegen 7 Prozent vorne gelegen. Hier scheint sich das gute Einvernehmen zwischen der CDU und den Grünen im Magistrat für Roth auszuzahlen. Insgesamt ist der Anteil der Grünen-Anhänger, die noch nicht wissen, wem sie ihre Stimme geben wollen, von 59 auf 41 Prozent zurückgegangen.

Recht sicher kann sich Roth der Stimmen aus dem bürgerlichen Lager sein – 78 Prozent der CDU- und 57 Prozent der FDP-Anhänger wollen für die Oberbürgermeisterin stimmen. Hier ist für Frey nichts zu holen. Er liegt wiederum bei den SPD-Anhängern und bei denen der Linkspartei vorn (siehe Grafiken).

1109 Wahlberechtigte wurden befragt

Die übrigen acht Kandidaten spielen nach wie vor keine Rolle. Von Wolfgang Hübner (Freie Wähler/BFF), Horst Schäfer (unabhängig) und Doris Zutt (NPD) wissen nur zwei Prozent der Befragten, dass sie kandidieren. Mit Pasquale Aita (unabhängig) und Ulrich Wilken (Linkspartei) weiß ein Prozent der Befragten etwas anzufangen, während Kadim Sanli (unabhängig) und Rosemarie Lämmer (Republikaner) bisher offenbar niemandem aufgefallen sind.

Ipos, ein Schwesterinstitut der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen, hat die Interviews im Auftrag der F.A.Z. und von Hitradio FFH zwischen Montag und Mittwoch dieser Woche geführt. Befragt wurden 1109 nach dem Zufallsprinzip ausgewählte Wahlberechtigte. Die Befragung ist repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung in Frankfurt. Die Fehlertoleranz beträgt bei Werten um die 40 Prozent 3,0 Prozentpunkte und bei Werten um die 10 Prozent rund 1,8 Prozentpunkte.

Unabhängig von der Oberbürgermeisterwahl fragten die Ipos-Interviewer auch ganz allgemein nach dem Ansehen der im Römer vertretenen Parteien. Von denjenigen, die eine Parteipräferenz angaben, nannten 38 Prozent die CDU und 28 Prozent die SPD. Die Grünen wurden von 20 Prozent genannt. Die FDP mit 6 Prozent und die Linkspartei mit 5 Prozent lagen demnach fast gleichauf.

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