14.10.2006 · Der Ämterumzug aus dem Technischen Rathaus in die Kurt-Schumacher-Straße wird mehr Zeit beanspruchen, als erwartet. Damit verzögert sich der Abriß des Technischen Rathauses und auch die geplante Neubebauung des Dom-Römer-Areals.
Von Matthias AlexanderDer Umzug der städtischen Ämter aus dem Technischen Rathaus in Frankfurt wird sich noch mehr verzögern als bisher bekannt. Vor 2008 ist nicht mit dem Wechsel in das Gebäude der Stadtwerke an der Kurt-Schumacher-Straße in der östlichen Innenstadt zu rechnen. Mit dem Abriß des Technischen Rathauses wird daher voraussichtlich frühestens in zwei Jahren begonnen werden können, womit sich auch die geplante Neubebauung des Dom-Römer-Areals verzögert. Zuletzt war als Umzugstermin der Sommer 2007 genannt worden.
Wie Werner Lutz, Geschäftsführer der Stadtwerke Frankfurt Holding, auf Anfrage bestätigte, soll ein Teil des Stadtwerke-Gebäudekomplexes an der Kurt-Schumacher-Straße aufgestockt werden. Es handelt sich um den sogenannten Altbau, der südlich an den Neubau mit der wellenförmigen Fassade angrenzt. Der Altbau solle zusätzlich ein Voll- und ein Staffelgeschoß erhalten, so Lutz. Damit würden dann zusätzlich rund 1350 Quadratmeter Bürofläche zur Verfügung stehen.
Ehrgeiziger Zeitplan
Die zusätzliche Fläche wird gebraucht, um den Raumbedarf zu decken, der bei den komplizierten Umzugsplanungen der Stadt entsteht. Derzeit ist die Stadtwerke Holding im Neubau untergebracht, gemeinsam mit den Bäderbetrieben. Im Altbau residieren die Lokale Nahverkehrsgesellschaft Traffiq, die Verkehrsgesellschaft Frankfurt ist auf beide Gebäude verteilt. Die Mainova, die den Großteil des Neubaus belegt hatte, ist schon weitgehend in ihren neuen Hauptsitz an der Solmsstraße in der City West umgezogen. Geplant ist derzeit, daß Traffiq in das alte Finanzamt an der Stiftstraße umzieht. Nach Umbau und Sanierung sollen dann alle Abteilungen der Verkehrsgesellschaft im erweiterten Altbau zusammengezogen werden, den Rest der Fläche wird die Stadtwerke Holding belegen.
Der Neubau, für den ebenfalls umfangreiche Umbauarbeiten notwendig sind, wird komplett von den Ämtern des Technischen Rathauses in Anspruch genommen werden. Liegenschaftsamtsleiter Alfred Gangel sagte auf Anfrage, nachdem nun ein entsprechender Stadtverordnetenbeschluß vorliege, könne er die Verhandlungen mit der Mainova vorantreiben. Das Stadtparlament hat den Magistrat am Donnerstag ermächtigt, zwischen 20.000 und 24.000 Quadratmeter Bürofläche für die Ämter anzumieten, zuzüglich Archivflächen. Über den Belegungsplan sei noch nicht das letzte Wort gesprochen, so Gangel. Wie berichtet, hatte das Revisionsamt ein mangelhaftes Raumkonzept moniert.
Der Aufsichtsrat der Stadtwerke Holding wird sich laut Lutz in seiner Sitzung am 1. November mit dem Bauvorhaben beschäftigen. Anschließend sollen Architekten mit der Planung der Aufstockung beauftragt werden. Lutz hofft, daß die Bauarbeiten Ende 2007 abgeschlossen sein könnten. Dieser Zeitplan wird jedoch im Römer als zu ehrgeizig empfunden.
Matthias Alexander Jahrgang 1968, Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
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