Im Fall des der Fahrerflucht verdächtigten Böhse-Onkelz-Sängers Kevin Russell erwarten die Behörden wichtige Erkenntnisse von der Untersuchung des Fahrzeugs. „Wir haben eine Vielzahl von Spuren festgestellt“, sagte Polizeisprecher Alexander Löhr in Frankfurt. Mit Ergebnissen - etwa von der Auswertung des Gen-Materials - sei jedoch nicht vor der kommenden Woche zu rechnen.
Bei dem Unfall waren auf der Autobahn A 66 zwischen Frankfurt und Wiesbaden am Silvesterabend zwei Menschen schwer verletzt worden. Ein Audi Sportcoupé, das möglicherweise von dem Sänger gesteuert wurde, stieß mit einem Opel zusammen, der in den Leitplanken landete und Feuer fing. Der Verursacher des Unfalls flüchtete aus dem Coupé zu Fuß über die Felder. Russell war am nächsten Tag in einem Luxushotel im Taunus festgenommen, danach aber gegen die Zahlung einer Sicherheitsleistung von 50.000 Euro wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Laut Staatsanwaltschaft ist Russell in dem Fall von Fahrerflucht einer der Verdächtigen.
Wer saß am Steuer?
Berichte, wonach im Audi ein Gebiss sichergestellt wurde, wollte der Polizeisprecher nicht kommentieren. Generell könne der Fund von Zahnersatz aber nicht unbedingt weiterhelfen. „Wir brauchen einen eindeutigen Beweis, wer zum Unfallzeitpunkt am Steuer gesessen hat“, sagte Löhr. Nach Medienberichten soll der Halter des Unfallwagens dem Sänger das Fahrzeug geliehen haben. Die im Opel schwer verletzten Insassen, der 19 Jahre alte Fahrer und sein 21 Jahre alter Beifahrer, waren von anderen Verkehrsteilnehmern aus dem brennenden Auto gezogen worden.
Auf der Internet-Seite der Band Böhse Onkelz heißt es, dass zum Unfall noch nicht Stellung genommen werden könne, da man mit Kevin Russell noch nicht gesprochen habe. „Im Moment gelten unsere Gedanken aber sowieso in erster Linie den beiden Unfallopfern und ihren Angehörigen.“ Man hoffe auf eine schnelle und vollständige Genesung.
2005 das letzte Onkelz-Konzert
Die Frankfurter Rockband war rund 25 Jahre lang mit harten Tönen in der deutschen Musikszene sehr erfolgreich. 1979 ursprünglich als Punkband gegründet, veröffentlichte Böhse Onkelz in den achtziger Jahren als Kultgruppe der Skinhead-Szene rechtsradikale Texte. In vielen Städten wurden daraufhin Konzerte abgesagt. In den neunziger Jahren ging die Band jedoch dazu auf Distanz und engagierte sich auch bei Konzerten gegen Rechtsextremismus und Rassenhass. 2005 fand das letzte gemeinsame Konzert der Onkelz statt.
..erklär mir die Welt.....äh die hessische Justiz
Michael Meier (never1)
- 06.01.2010, 18:18 Uhr

