Die Einbrüche dauern nur wenige Minuten. Zwei, maximal drei Personen schleichen sich in ein Mehrfamilienhaus, steuern gezielt auf eine Wohnung zu, nachdem sie sich durch Klingeln versichert haben, dass niemand zu Hause ist. Dann hebeln sie die Tür auf, schlüpfen hinein, durchsuchen das Schlaf- und Wohnzimmer nach Geld und Schmuck.
Vierzigmal allein in der vergangenen Woche ist auf diese Weise in Frankfurt eingebrochen worden; das sind sechs Einbrüche am Tag. Erbeutet wurden bisher Gegenstände im Wert von mehreren zehntausend Euro. Dass die Fallzahlen derart gestiegen sind, führt die Polizei darauf zurück, dass die Urlaubszeit begonnen hat – darüber hinaus sind aber offenbar auch wieder professionelle Gruppen in der Stadt, die sich auf Wohnungseinbruch spezialisiert haben.
Kinder sind unauffälliger
„Mobile Gruppen“ werden sie auch genannt. Denn die meist wohnsitzlosen Täter ziehen von Stadt zu Stadt, um dort ihrer kriminellen Tätigkeit nachzugehen. Nach Erkenntnissen der Polizei kommen sie aus dem französischsprachigen Ausland, dem Ruhrgebiet oder dem süddeutschen Raum. Im Rhein-Main-Gebiet bleiben sie, bis die Ferienzeit vorüber ist.
Dabei werden die Täter immer unauffälliger – weil es oft Kinder sind. Zeugen haben nach Einbrüchen oft von Jungen und Mädchen mit „bubihaftem Aussehen“ berichtet, die in den entsprechenden Häusern gesehen worden sind, wie Polizeisprecher André Sturmeit sagt. Keiner der Mieter habe sich jedoch etwas Verdächtiges dabei gedacht.
Wohnungen werden vermutlich schon lange vorher beobachtet
Die Polizei vermutet, dass diese Kinder von den Drahtziehern der „mobilen Gruppen“ gezielt angelernt werden. Darauf deuten zumindest Spuren hin, die die Beamten an den Tatorten sichergestellt haben. Zu Beginn der Einbruchsserie vor etwa zwei Wochen haben es die Täter in einigen Fällen nicht geschafft, die Tür aufzubrechen, lediglich Hebelspuren waren zu finden. Und das, sagt Sturmeit, liege nicht etwa daran, dass die Tür so gut gesichert gewesen sei. Vielmehr gehe man davon aus, dass es sich um „Anfängerversuche“ gehandelt habe. Offenbar lernten diese jungen Einbrecher aber schnell, denn inzwischen kämen die Täter fast immer zum Erfolg.
Die Polizei vermutet ferner, dass die Einbrecher die Wohnungen schon Tage vorher beobachten beziehungsweise auskundschaften, wo sich ein Einbruch überhaupt lohnt. Sie achten darauf, ob Licht an- oder ausgemacht und ob der Briefkasten täglich geleert wird. Ist beides nicht der Fall, wissen sie, dass mit großer Wahrscheinlichkeit niemand zu Hause ist.
Es würde deshalb schon helfen, wenn ein Nachbar beauftragt wird, die Post zu holen, wie Sturmeit sagt. Hilfreich seien auch Zeitschaltuhren, damit könnten Lampen in der Wohnung ein- und ausgeschaltet oder elektrische Jalousien bewegt werden. „Die Wohnung sollte bewohnt wirken“, so Sturmeit. „Damit wird das Risiko eines Einbruchs erheblich minimiert.“
Eigenartig, dass man den Drahtzieher...
Alfons Crocusé (ALCR)
- 13.07.2009, 11:45 Uhr
Das Strafrecht ist offensichtlich zu lasch
Bryan Hayes (bhayes)
- 13.07.2009, 14:26 Uhr

