07.12.2009 · Fast jeder fünfte Frankfurter lebt in Armut und mehr als jeder Zehnte in Wohlstand oder Reichtum. Das ist das Ergebnis einer Studie der Fachhochschule Frankfurt. Demnach lebt gut jeder zehnte Einwohner von Arbeitslosengeld II.
Von Mechthild HartingFast jeder fünfte Frankfurter lebt in Armut und mehr als jeder Zehnte in Wohlstand oder Reichtum. Das ist das Ergebnis einer Studie des Forschungszentrums Demografischer Wandel der Fachhochschule Frankfurt. Dem Bericht zufolge ist im Vergleich zu anderen hessischen Regionen die Kluft zwischen arm und reich in Frankfurt am größten. Allerdings sind in den anderen Städten des Rhein-Main-Gebiets, in Offenbach, Darmstadt und Wiesbaden, die der Bericht zusammenfasst, ähnliche extreme Situationen zu beobachten.
Im Frankfurter Sozialdezernat schätzt man die Zahl derer, die als arm bezeichnet werden, als relativ hoch ein. Wie Manuela Skotnik, Referentin von Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU), mitteilte, wird in ihrem Haus als Maßstab für die Berechnung von Armut die Tatsache gewertet, ob jemand auf Transferleistungen des Staates angewiesen ist. Rund. 68.000 Frankfurter lebten von Arbeitslosengeld II und weitere gut 14.000 von der sogenannten Grundsicherung im Alter. Danach würden 12,3 Prozent aller Frankfurter als arm eingestuft.
Das Forschungszentrum an der Fachhochschule Frankfurt hat den Anteil jedoch auf 18,2 Prozent beziffert, von denen knapp vier Prozent sogar in strenger Armut lebten. Grundlage des Berichts der Frankfurter Wissenschaftler ist der Mikrozensus der Jahre 2004 bis 2007, das ist nach Angaben der Verfasser die bundesweit größte repräsentative Bevölkerungsumfrage.