06.09.2009 · Beim Spatenstich drängelten sich 14 Männer und zwei Frauen auf einem umzäumten Rechteck inmitten des Gartens, unter dem der Erweiterungsbau des Städel-Museums entstehen wird. So richtig beherzt hat keiner zugestochen.
Beim Spatenstich drängelten sich 14 Männer und zwei Frauen auf einem umzäumten Rechteck inmitten des Gartens, unter dem der Erweiterungsbau des Städel-Museums entstehen wird. So richtig beherzt hat keiner zugestochen, nur ein kleines maulwurfhügelartiges Gebilde war nach getaner Arbeit zu erkennen. Alle aber hatten sich die gelben Gummistiefel angezogen, die als Symbol der Kampagne zur restlichen Finanzierung des Projekts dienen: Oberbürgermeisterin Petra Roth, der Vorsitzende der Städel-Administration Nikolaus Schweickart, Städel-Direktor Max Hollein, die Hauptförderer des Vorhabens, darunter der Geschäftsführer der FAZIT-Stiftung Peter Ruhland, die Architekten und die Repräsentanten von Deutscher Bank sowie DZ Bank, deren Sammlungen zum Teil dauerhaft an das Städel übergegangen sind.
Das Wetter spielte mit, auf dem Gras war die künftige Raumeinteilung der unterirdischen Gartenhallen mit Kreidestaub deutlich gemacht worden, und die Schilder der Kunstwerke, die künftig dort unten zu besichtigen sein werden, standen über deren anzunehmendem späteren Standort. Fürs Revers wurden kleine gelbe Stiefel verkauft, und auch sonst hat das Städel mit sanftem Nachdruck darauf aufmerksam gemacht, dass es noch einer großen bürgerschaftlichen Anstrengung bedarf, um die fehlenden zehn Millionen Euro für den Erweiterungsbau des Architekturbüros Schneider + Schumacher zu sammeln. 20 Millionen Euro sind schon zusammengekommen, jetzt sind alle aufgerufen, auch mit kleinen Spenden den „großen Traum“, von dem Max Hollein gestern sprach, zu verwirklichen. Das gut besuchte Fest mit seinem umfassenden Programm gerade auch für Familien hat abermals gezeigt: Das Städel ist ein Museum, das anziehend wirkt und dem man sich verpflichtet fühlt.