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Stadtplanung Vorlage zur Altstadt noch im Januar

04.01.2007 ·  Bei der Altstadtgestaltung gibt es noch Abstimmungsschwierigkeiten zwischen dem Planungsamt und der schwarz-grünen Koalition. Während die Stadtplaner eher rekonstruktionskritisch eingestellt sind, setzt sich die CDU für mehr Rekonstruktion ein.

Von Matthias Alexander
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Während in weiten Teilen des Römer ferienbedingt nur in kleiner Besetzung gearbeitet wird, herrscht im Technischen Rathaus Hochbetrieb. Die zuständigen Beamten des Stadtplanungsamts sind damit beschäftigt, eine Magistratsvorlage für die Bebauung des Dom-Römer-Areals zu erarbeiten. Die Terminvorgabe ist ehrgeizig, noch im Januar solle das Papier fertiggestellt werden, so ist zu hören. Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) will sich offenbar im Wahlkampf nicht dem Vorwurf ihrer Konkurrenten aussetzen, in der Altstadt-Sache säumig zu sein.

Allerdings gibt es noch erheblichen Abstimmungsbedarf zwischen dem Planungsamt und den Fraktionen der schwarz-grünen Koalition. Während die zuständigen Stadtverordneten der Grünen noch im Urlaub weilen, nehmen die planungspolitischen Experten der CDU-Fraktion schon Einfluss auf die Weiterentwicklung der Pläne. Anfang der Woche soll es eine Besprechung gegeben haben.

Altertümliche Anmutung

Jochem Heumann, planungspolitischer Sprecher der CDU im Römer, will sich dazu auf Anfrage nicht äußern. Doch er lässt keinen Zweifel daran, wer in den Beratungen Koch und wer Kellner ist. „Wir erwarten vom Planungsamt die Umsetzung unseres Antrags.“ Gemeint ist ein gemeinsamer Antrag von CDU und Grünen vom Dezember, wonach die Bebauung des gesamten Altstadtareals kleinteilig ausfallen soll und vier Häuser möglichst genau zu rekonstruieren sind. Im Ganzen, darauf legt Heumann Wert, soll für Fremde, die dereinst die neue Altstadt besuchen werden, der Eindruck entstehen, dass sie nie zerstört worden sei. Zu Deutsch: Wo die Häuser nicht rekonstruiert werden, sollen sie mittels klarer Gestaltungsvorgaben zumindest eine altertümliche Anmutung bekommen.

Im Stadtplanungsamt, in dem Amtsleiter Dieter von Lüpke und sein Mitarbeiter Martin Hunscher die Federführung in der Sache haben, werden die Wünsche der CDU mit Zurückhaltung aufgenommen. Die Beamten sind eher rekonstruktionskritisch eingestellt. Mit jenem Entwurf, der erstmals den Mitgliedern der Planungswerkstatt Mitte Dezember vorgestellt worden ist, hatten sie nach eigenem Verständnis den Forderungen der schwarz-grünen Koalition schon entsprochen. Tatsächlich hat das Planungsamt - gemeinsam mit dem Büro KSP Engel und Zimmermann - weite Teile des ursprünglichen Wettbewerbsentwurfs aufgegeben. Der historische Stadtgrundriss wurde in größeren Teilen wieder aufgegriffen.

CDU dringt auf historistische Bebauung

An zwei Stellen wird in dem revidierten Konzept des Amts allerdings in die Gestalt des zentralen Häuserblocks zwischen Markt und der Gasse Hinter dem Lämmchen eingegriffen: Dieser soll durch ein neues Gässchen in Nord-Süd-Richtung gegliedert werden, zudem ist ein neuer, kleiner Platz an der Ecke zum Gebäude des Kunstvereins vorgesehen, dem eine historisch getreue Rekonstruktion so nah käme, dass sie nicht genehmigt werden könnte. Eine weitere wichtige Abweichung ist die Bebauung des südlichen Teils des Archäologischen Gartens. Hier haben die Planer einen großen Baukörper für kulturelle Nutzungen vorgeschlagen.

Die Vertreter der CDU sehen ihre Ansprüche durch diesen Entwurf nicht befriedigt und dringen auf eine weitere Annäherung an die historische Bebauung. Vor allem der Vorschlag für ein größeres Gebäude über dem Archäologischen Garten stößt auf Ablehnung. Auch hier soll es eine kleinteilige Bebauung geben. Diese steht allerdings vor besonders großen Schwierigkeiten, wie auch die Befürworter einer Rekonstruktion einräumen, die den Archäologischen Garten nicht in großen Teilen zuschütten wollen. Zudem durchschneidet die Schirn-Kunsthalle den früheren Häuserblock, an dieser Stelle ist die Gestaltung des Übergangs von besonderer Bedeutung. Auch dürften Wohnungen und Läden in künftigen Häusern, die direkt an die Schirn angrenzen, mangels Belichtung nur schwer zu vermarkten sein. Die Schirn macht den Planern auch mit ihrer Rotunde zu schaffen. Die Häuserzeile südlich des Markts soll mit dem zu rekonstruierenden Roten Haus enden. Damit wird ein Haus, das in einer Reihe stand, plötzlich zum Eckhaus gemacht. Das bedeutet, dass eine markante Fassade neu erfunden werden muss.

Im Planungsamt hegt man dem Vernehmen nach die Hoffnung, dass die Vertreter der Grünen mäßigend auf den Koalitionspartner einwirken werden. Immerhin hat sich auch Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) gegen eine weitgehende Rekonstruktion ausgesprochen. Planungsdezernent Edwin Schwarz (CDU), der bisher den Kurs seines Amtes mitgetragen hat, soll sich in den jüngsten Gesprächen bedeckt gehalten haben.

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Jahrgang 1968, Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

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