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Stadtplanung „Keine Leitidee für Hochhaus-Entwicklung“

15.03.2007 ·  Die Opposition hat den Entwurf des neuen Frankfurter Hochhausrahmenplans scharf kritisiert. Der Entwurf sieht Hochhäuser am Ratswegkreisel, auf der Molenspitze des Osthafens, auf dem Degussa-Areal und auf dem Areal zwischen Stift- und Bleichstraße vor.

Von Matthias Alexander
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Der Entwurf für den neuen Frankfurter Hochhausrahmenplan ist von den Oppositionsparteien im Römer scharf kritisiert worden. So äußerte der SPD-Fraktionsvorsitzende Klaus Oesterling, an dem Rahmenplan sei keine Leitidee zu erkennen, vielmehr handele es sich um eine Planung zugunsten von Investoren.

Die neuen Türme seien recht willkürlich über das Stadtgebiet verstreut. Das mache die Erfolge des früheren Planungsdezernenten Martin Wentz (SPD) zunichte, der sich für eine kompakte Skyline eingesetzt habe. Ähnliche Bedenken äußerte Lothar Reininger, Fraktionsvorsitzender der Linke/WASG.

Vier Hochhäuser im Europaviertel geplant

Wie berichtet, hat Planungsdezernent Edwin Schwarz (CDU) am Montag den Spitzen der schwarz-grünen Koalition und der FDP den Entwurf für den neuen Rahmenplan vorgestellt. Das Konzept stammt vom Architekten Jochem Jourdan, der es in Abstimmung mit dem Stadtplanungsamt überarbeitet hat. Jetzt sollen sich die Fraktionen mit den Vorschlägen befassen.

(Siehe auch: Mehr als ein Dutzend neuer Hochhaus-Standorte)

Der Entwurf sieht Hochhäuser am Ratswegkreisel, auf der Molenspitze des Osthafens, auf dem Degussa-Areal am Main und auf dem Areal zwischen Stift- und Bleichstraße in der nördlichen Innenstadt vor. Weitere neue Standorte sind die sogenannte Marieninsel an der Ecke von Taunusanlage und Mainzer Landstraße, das nahe gelegene Allianz-Areal, das „Campanile“-Grundstück am Hauptbahnhof und das Post-Grundstück am nördlichen Ausgang des Hafentunnels. Auch auf dem Areal der Matthäus-Gemeinde an der Friedrich-Ebert-Anlage soll ein Turm entstehen, vier weitere Hochhäuser sind im Europaviertel geplant.

„Interessante Diskussionsgrundlage“

Es handele sich noch nicht um die endgültige Fassung des Plans, hob Jochem Heumann, planungspolitischer Sprecher der CDU, auf Anfrage hervor. Man werde den Vorschlag genau prüfen und fragen, ob einzelne Standorte wegfallen oder hinzukommen könnten. Außerdem sei zu überlegen, ob die Hochhäuser höher oder niedriger ausfallen sollten als von Jourdan vorgesehen. Auch Olaf Cunitz, Vorsitzender der Grünen-Fraktion im Römer, sprach auf Anfrage von einer „interessanten Diskussionsgrundlage“. Er rechne mit spannenden öffentlichen Debatten. Das gelte insbesondere für die Pläne für den „Campanile“, für das Hochhaus auf dem Degussa-Areal und für den geplanten Hotelturm im Osthafen. Andere Vorschläge seien dagegen nicht sehr überraschend gewesen.

Die FDP-Fraktion habe sich schon mit den Vorschlägen beschäftigt, berichtete deren Vorsitzender, Volker Stein. Es sei erfreulich, dass der Entwurf keine unerreichbaren Visionen skizziere, sondern sich mit dem Machbaren beschäftige. Kritische Anmerkungen habe es in der Fraktion nur zum Turm auf dem Degussa-Areal gegeben. Mancher habe gefragt, ob dort überhaupt ein Turm entstehen sollte und ob dieser eher zum Main hin oder eher in Richtung Stadt plaziert werden sollte.

Oesterling kritisiert Zeitpunkt der Veröffentlichung

Für die SPD bezweifelte Oesterling, dass überhaupt ein neuer Hochhaus-Rahmenplan benötigt werde. Die meisten Grundstücke, die im Plan von 1999 ausgewiesen wurden, seien noch immer nicht bebaut worden. „Planungsdezernent Schwarz hätte seine Kraft eher darauf verwenden sollen, Investoren für die schon vorhandenen Standorte zu begeistern.“ Es sei fraglich, ob es genügend Nachfrage nach Apartments in Wohnhochhäusern gebe, so Oesterling. Wenn dies der Fall wäre, sollten die Wohntürme an Standorten entstehen, die schon 1999 für Bürogebäude ausgewiesen worden seien.

Oesterling kritisierte auch, es sei schlechter politischer Stil, dass die schwarz-grüne Koalition den Plan nicht vor der Oberbürgermeisterwahl Ende Januar veröffentlicht habe. Es sei ein Hohn, dass die Grünen, die doch sonst eine breite Bürgerbeteiligung forderten, dieses Spiel mitgemacht hätten. Reininger monierte, dass es offenbar Stadtverordnete erster und zweiter Klasse gebe. Zum wiederholten Mal würden die Koalitionsfraktionen mit planungspolitischen Exklusivinformationen versorgt.

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Jahrgang 1968, Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

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