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Stadtgärtner Andreas Weber Fremdländische Gehölze als Markenzeichen

Vor 175 Jahren wurde Andreas Weber, der Schöpfer des „Nizza“, geboren. Viele Parks und Gärten tragen die Handschrift des Städtischen Gartendirektors.

© F.A.Z. - Helmut Fricke Heute wie damals ein beliebter Treffpunkt: das „Nizza”

Er hat das „Nizza“ zu dem gemacht, wofür es seit dem Ende des 19. Jahrhunderts weit über die Grenzen Frankfurts hinaus bekannt wurde. Dem Frankfurter Zoo hat er mit seiner Planung – der geschwungenen Wegeführung, dem Weiher und der Bepflanzung mit wertvollen und seltenen Gehölzen – ein unverwechselbares Gesicht gegeben.

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Und auch der Günthersburgpark im Nordend, der Park der Jesuitenhochschule Sankt Georgen an der Grenze zu Oberrad, der Garten der Villa Öhler, der später zum Mühlberg-Krankenhaus in Sachsenhausen gehörte, und der Garten am Städel tragen die Handschrift von Andreas Weber, dem Frankfurter Stadtgärtner, der vor 175 Jahren geboren wurde, aber nur wenigen Frankfurtern bekannt ist. „Er wird völlig unterschätzt“, sagt Gartendenkmalpflegerin Barbara Vogt, die im Auftrag der Stadt ein Gutachten zur Wiederherstellung des historischen „Nizza“ erstellt hat.

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Exotische Blumen und Bäume

Webers Großvater, Stadtgärtner Sebastian Rinz, kennen hingegen viele Garten- und Parkinteressierte. Dieser hat die Frankfurter Wallanlagen zum heutigen Anlagenring mit üppig grüner Promenade verwandelt und sich damit in der Stadt einen legendären Ruf erworben. Was das Gärtnerische, das Gartenplanerische angeht, steht Weber ihm aber in nichts nach. Und wie Rinz, so war auch Weber nicht nur in Frankfurt aktiv, sondern auch in der näheren Umgebung: Den Alten Kurpark in Bad Soden hat er erweitert und in Kronberg und Bad Homburg verschiedene Villengärten angelegt. So führte Weber das Erbe seines Großvaters fort.

An der Kaimauer erinnert ein Bronzerelief an Andreas Weber © F.A.Z. - Michael Kretzer Vergrößern An der Kaimauer erinnert ein Bronzerelief an Andreas Weber

Am 13. März 1832 in Frankfurt geboren, wurde er 1852 „Adjunkt“, sprich Assistent des damaligen Stadtgärtners. Obwohl erst 20 Jahre alt, war Weber damals schon weit gereist, hatte in London, Paris und Brüssel in Gärtnereien gearbeitet und war wohl auch in Amerika auf Bildungsreise gewesen – schließlich sollte er die Gärtnertradition der Familie weiterführen. Großvater Rinz war nicht nur für die Stadt tätig, er betrieb zusammen mit seinen Söhnen auch die Baumschule S. & J. Rinz, die sich beispielsweise bei der Zucht von Kamelien deutschlandweit einen Namen erworben hatte und zahlreiche fremdländische und exotische Blumen und Bäume beherbergte.

Ginkgo und Sumpfzypressen

Als Weber nach dem Tod seines Großvaters im Jahr 1861 dessen Stelle als Stadtgärtner übernahm – Städtischer Gartenbaudirektor wurde er erst 36 Jahre später, vier Jahre vor seinem Tod –, bekam er die Gelegenheit, viele von Rinz angelegte Grünanlagen zu erweitern, zum Beispiel den Hauptfriedhof, den Günthersburgpark und eben auch das „Nizza“. Wo Rinz noch auf relativ kleiner Fläche Rosenbeete, Baumplätze aus rotblühenden Kastanien und weißblühenden Trompetenbäumen angelegt hatte, ließ Weber um 1875 mediterrane Gehölze wie etwa Steineichen pflanzen, Gruppen aus Bäumen mit hängenden Ästen bilden und Gräsergruppen schaffen. Er legte ein großes ovales Schmuckbeet am Ende der neu gebauten Freitreppe an, in dem er unter anderem auch Bananenstauden präsentierte.

Erst mit dieser Bepflanzung auf einer Fläche, die bis heute fast von der Friedensbrücke im Westen bis hinter die Untermainbrücke im Osten reicht, erhielt das „Nizza“ im Volksmund seinen Namen. Mit der neuen Begrünung war es zu einem Ort geworden, dessen Besuch für all jene Frankfurter, die sich eine weite Reise bis an die südfranzösische Mittelmeerküste nicht leisten konnten, als Urlaubsersatz diente.

Die mikroklimatische Besonderheit, dass die hohe, dunkle Sandsteinmauer am „Nizza“ die Sonnenwärme lange speichert und abstrahlt, hat es Weber überhaupt erst ermöglicht, dort seine exotische Pflanzenschau anzulegen. Auch im Zoo sind – typisch für Weber – wertvolle fremdländische Gehölze zu finden: so etwa ein Ginkgo und die Sumpfzypressen, die heute noch am Weiherrand wachsen und ihre Atemwurzeln aus dem Boden treiben. Schließlich war es nicht Webers Auftrag gewesen, ein bisschen Grün rund um die Gehege anzulegen. Er sollte und wollte einen attraktiven Park gestalten, in dem es auch Tiere gab.

Quelle: F.A.Z.

 
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