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Stadtentwicklung : Pläne für neues 250-Meter-Hochhaus im Bankenviertel

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In Frankfurt wird der Bau eines weiteren Hochhauses geprüft. Das neue Gebäude soll gegenüber den Doppeltürmen der Deutschen Bank auf dem Eckgrundstück von Taunusanlage und Mainzer Landstraße entstehen.

          In Frankfurt wird der Bau eines weiteren Hochhauses geprüft. Das neue Gebäude soll gegenüber den Doppeltürmen der Deutschen Bank auf dem Eckgrundstück von Taunusanlage und Mainzer Landstraße entstehen. Dort befinden sich derzeit noch ein kleineres Hochhaus namens "T11", so benannt nach der Adresse Taunusanlage 11, sowie zwei weitere, niedrigere Bürogebäude. Das neue Hochhaus firmiert unter dem Namen "Marieninsel" - nach der Marienstraße, die das Areal winkelförmig nach Süden und Westen begrenzt. Das sehr prominent gelegene Grundstück gehört offiziell zum Bahnhofsviertel, ist aber eher dem Bankenviertel zuzurechnen.

          Über die Höhe des Neubaus und damit verbunden auch über die Bruttogeschoßfläche ist noch nicht entschieden; dies soll in Verhandlungen zwischen den Investoren und der Stadt festgelegt werden. Die Rede ist von bis zu 250 Metern. Planungsdezernent Edwin Schwarz (CDU), der über die Planungen informiert worden ist, will jetzt das Gespräch mit den Fraktionen im Römer suchen. Der Hochhausstandort ist nicht im Rahmenplan der Stadt Frankfurt verzeichnet, in dem 1998 festgelegt wurde, auf welchen Grundstücken künftig Türme errichtet werden dürfen. Der Hochhausrahmenplan hat allerdings ohnehin an Verbindlichkeit verloren. So haben sich einige Standorte - etwa auf dem Gleisvorfeld des Hauptbahnhofs - mittlerweile erledigt, andere sind neu hinzugekommen, wie der neue Hauptsitz der Europäischen Zentralbank an der Großmarkthalle im Ostend.

          Als Investoren haben sich die drei Grundstückseigentümer zusammengetan, womit teure Nachbarschaftserklärungen weitgehend vermieden werden können. Bei den Eigentümern handelt es sich um die Deka-Bank Deutsche Girozentrale, die Immobilienfondsgesellschaft der Deutschen Bank DB Real Estate sowie die Degi, die Managementgesellschaft für offene Immobilienfonds der Dresdner Bank. Für das Hochhaus gibt es bisher noch keine detaillierte Planung. Es ist davon auszugehen, daß die Investoren einen Architektenwettbewerb ausschreiben werden, wenn es eines Tages zur Realisierung des Projekts kommen sollte. Der Frankfurter Architekt Dieter Köhler hat jedoch erste Vorentwürfe erarbeitet, um die städtebaulichen Auswirkungen zu prüfen.

          Wie aus dem Planungsdezernat zu hören ist, wurden mehrere Varianten geprüft; darunter sogar die Erhaltung des "T 11", der vielen Frankfurtern eher als "Chase-Manhattan-Turm" bekannt sein dürfte. Köhler sei in seinen Untersuchungen jedoch zu dem Ergebnis gekommen, daß das neue Hochhaus idealerweise direkt an der Ecke von Taunusanlage und Mainzer Landstraße stehen müßte. Der Winkel der Marienstraße soll nur mit einer Sockelbebauung gefüllt werden, die sich an der Bauhöhe der Umgebung orientiert. Der Turm selbst könnte nach Köhlers Vorstellungen aus drei abgestuften, schlanken Rechtecken bestehen. Der höchste Baukörper sollte eine weitgehend geschlossene Fassade erhalten. Diesem gleichsam tragenden Element wären zwei gläserne Bauteile vorgehängt.

          Auch über die Nutzung ist noch nicht entschieden, wie Michael Koch, Geschäftsführer der Deka Immobilien Investment, auf Anfrage sagte. Es gehe darum, sich eine Option für die Zukunft zu sichern. "Bei der jetzigen Marktlage könnte man sich nicht zum Bau des Hochhauses entschließen." Dies sei wohl eher etwas für die Zeit um 2010 herum. (ale.)

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