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Stadtentwicklung 100-Meter-Turm auf Degussa-Areal

08.11.2007 ·  Das Hochhaus auf dem Degussa-Areal in der Frankfurter Innenstadt darf 100 Meter hoch werden. Darauf hat sich die Stadt mit dem Grundstückseigentümer, der Deutsche Immobilien Chancen, geeinigt. Mit den Bauarbeiten soll 2008 begonnen werden.

Von Matthias Alexander
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Das Hochhaus auf dem Degussa-Areal in der Frankfurter Innenstadt darf 100 Meter hoch werden. Darauf hat sich die Stadt mit dem Grundstückseigentümer, der Deutsche Immobilien Chancen (DIC), geeinigt. Das städtebauliche Konzept für das zwei Hektar große Areal am Mainufer sieht außerdem den Bau von zwei weiteren, rund 60 Meter hohen Bürotürmen vor. 20 Prozent der Bruttogeschossfläche werden für Wohnungen reserviert. Im Erdgeschoss einiger Baukörper sind auch Flächen für Läden und Restaurants vorgesehen.

Mit den Bauarbeiten soll laut DIC in der zweiten Hälfte 2008 begonnen werden. Bis das gesamte Areal neu bebaut sei, werde es 2013 oder 2014 werden. Die Frage, ob auf dem Gelände auch der geplante Neubau des Museums der Weltkulturen unterkommen kann, soll in den nächsten drei Monaten entschieden werden.

Zwei kleinere Türme statt 150-Meter-Riese

Wie berichtet, hatte die DIC zunächst auf das Baurecht für einen 150 Meter hohen Turm gedrängt. Planungsdezernent Edwin Schwarz (CDU) hatte einen so hohen Turm in Nähe des Mains und der Altstadt aber abgelehnt. Das Stadtplanungsamt legte einen eigenen Entwurf vor, der ebenfalls eine Bruttogeschossfläche von 105.000 Quadratmetern vorsah, diese jedoch auf zwei kleinere Türme mit einer Höhe von 90 und 60 Metern verteilt. In den vergangenen Wochen habe man sich dann auf eine gemeinsame Haltung verständigt, sagte Schwarz. Diese werde von der schwarz-grünen Koalition und von Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) mitgetragen. Schwarz sicherte zu, im Laufe des nächsten Jahres Baurecht zu schaffen. Dank der Neubebauung werde das bisher hermetisch abgeschottete Areal endlich in die Umgebung eingebunden.

Nur Degussa-Turm bleibt erhalten

Nach den Worten des DIC-Vorstandsvorsitzenden Ulrich Höller wird von den alten Degussa-Bauten nur der Turm an der Ecke von Neuer Mainzer Straße und Weißfrauenstraße – eines der ältesten Hochhäuser der Stadt – erhalten bleiben, allerdings mit neuer Fassade. Man werde in der nordöstlichen Ecke, also an der Einmündung der Seckbächer Gasse in die Weißfrauenstraße, mit den Abrissarbeiten beginnen, das dortige Gebäude stehe schon leer. Bis alle Bauten auf dem Areal abgerissen und ersetzt seien, würden fünf oder sechs Jahre vergehen.

Die Bauaufgabe sei auch deshalb eine besondere Herausforderung, da knapp 1000 Mitarbeiter der Degussa während der Bauzeit auf dem Gelände blieben und teilweile mehrfach umziehen müssten, sagte Höller. Die Degussa, die ihren Stammsitz vor wenigen Jahren an die DIC verkauft hat, hat noch für acht Jahre rund 50.000 Quadratmeter der derzeit rund 70.000 Quadratmeter Fläche angemietet. Ob das Unternehmen über das Jahr 2015 hinaus auf dem Areal präsent sein werde, sei noch nicht klar, sagte Höller. Gemeinsam mit dem Projektpartner Morgan Stanley werde man 500 Millionen Euro in das Areal investieren.

Der städtebauliche Entwurf für die Fläche ist nach Angaben von Jürgen Engel vom Architekturbüro KSP Engel und Zimmermann in weiteren Punkten verändert worden: Das Hochhaus sei leicht nach Westen gerückt, was den Vorteil habe, dass der Platz im Zentrum nun größer sein werde. Wie Höller hervorhob, müssen keine Nachbarschaftsvereinbarungen getroffen werden. Mit den Planungen wird KSP beauftragt. Nur für das 100-Meter-Hochhaus, das den Projektnamen „Winx“ trägt, wird laut Höller ein sogenanntes Gutachterverfahren ausgelobt. Drei Büros, darunter wiederum KSP, werden Entwürfe ausarbeiten, aus denen von einem Gremium, in dem auch die Stadt vertreten ist, der beste ausgewählt werden soll.

Wohneinheiten für „gehobene Ansprüche“

Ob das Museum für Weltkulturen auf dem Areal unterkommen könne, werde die DIC in den nächsten Monaten „wohlwollend“ prüfen, kündigte Höller an. Dabei müssten funktionelle und wirtschaftliche Belange berücksichtigt werden. Wie berichtet, favorisiert die Stadt diesen Standort, weil die Grünen einen Erweiterungsbau im Garten des bisherigen Sitzes ablehnen und andere Grundstücke am Mainufer rar sind. Er lege Wert auf die Feststellung, dass die Einigung mit der Stadt über das städtebauliche Konzept unabhängig von der Museumsfrage getroffen worden sei, hob Höller hervor. „Wenn es nicht geht, hat die Vereinbarung weiterhin Bestand“, sagte er – was Schwarz bestätigte. Der DIC-Vorstandsvorsitzende schloss den Verkauf einer Teilfläche an die Stadt aus. „Wenn, dann wird es für das Museum ein Mietmodell geben.“ Das hieße, dass die DIC Bauherr des Museums wäre, das auch nach Ansicht Höllers zum Main hin liegen müsse.

Das wiederum würde vermutlich bedeuten, dass ein Teil der geplanten Wohnfläche wegfallen müsste, die überwiegend entlang der Mainuferstraße und im Osten des Areals, also zur Altstadt hin, untergebracht werden soll. Laut Höller sind derzeit 250 bis 300 Wohneinheiten für „gehobene Ansprüche“ vorgesehen. Ob es sich um Eigentums- oder um Mietwohnungen handeln werde, sei noch nicht entschieden. Das städtebauliche Konzept von KSP sieht vor, das denkmalgeschützte Hermann-Schlosser-Haus, ein klassizistische Villa von 1823, freizustellen. Sie soll von zwei kleinen Gärten gerahmt werden, dahinter sollen in zweiter Reihe Punkthäuser mit Wohnungen entstehen.

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