Sprachliches Dilemma: Die Antifa und der Bastard - Frankfurt - FAZ
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Sprachliches Dilemma : Die Antifa und der Bastard

„All cops are bastards“: Die queere Antifa findet den beliebten Demo-Schlachtruf problematisch. Bild: dpa

In der Asta-Zeitung der Frankfurter Uni geht man der Frage nach, ob man als Linker „All Cops Are Bastards“ sagen darf. Die Antwort ist nein. Aber aus anderen Gründen, als man vielleicht meint.

          Warum gehört es sich für einen Linken nicht, „All cops are bastards“ zu brüllen? Dieser für den Demonstrationsalltag hochrelevanten Frage geht in der jüngsten Ausgabe der Frankfurter Uni-Asta-Zeitung ein anonymes Autorenkollektiv der queer-feministischen Antifa nach. Unter der Überschrift „Sexismus in der linksradikalen Szene“ stellen die Verfasser erst mal eines klar: „Selbstverständlich geben Polizist*innen und besonders deren Struktur tagtäglich legitimen Anlass, sie zu beleidigen.“ Zu diesem Zweck allerdings das Wort „Bastard“ zu verwenden, ist nach Auffassung der Autoren politisch inkorrekt: Wer sich dieser Bezeichnung für eine „Mischform“ bediene, verteidige damit eine „rassistische und sexistische Ideologie von Reinheit“, die unehelich gezeugte Kinder ebenso stigmatisiere wie die Nachkommen hetero-ethnischer Partnerschaften.

          Sascha Zoske

          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

          Nun möchte aber auch der queer-feministisch aufgeschlossene Linke nicht auf die notwendige Beleidigung faschistischer Polizist*innenstrukturen verzichten. Was also tun? „Hurensohn“ respektive „Schlampe“ sind nach Auffassung der Autoren keine brauchbaren „Bastard“-Ersatzvokabeln, weil es sich hierbei ebenfalls um Ausdrücke handele, die bürgerlich-reaktionäre Moralvorstellungen perpetuierten.

          Wie wäre es denn mit „Bullenschwein“? Hierzu schweigt das Kollektiv. Aber wir ahnen, dass die vegane Antifa-Fraktion auch dagegen ihr Veto einlegen wird: inakzeptable Herabwürdigung nichthumaner Lebensformen! Bleibt womöglich nur, ganz auf die Beleidigung von Polizisten zu verzichten. Doch bevor eine solch kühne These Eingang in die Asta-Zeitung findet, wird in Frankfurt eher ein bekennender Queerfeminist Polizeipräsident.

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