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Späte Ehrung : Gedenktafel an Wohnhaus erinnert an Fritz Bauer

  • Aktualisiert am

Eine neue Gedenktafel in Frankfurt erinnert an Fritz Bauer. Bild: dpa

Als Staatsanwalt war er Initiator des ersten Frankfurter Auschwitz-Prozesses. Nun erinnert eine Gedenktafel in der Mainmetropole an den Juristen Fritz Bauer.

          Mit einer Gedenktafel am Wohnhaus des ehemaligen hessischen Generalstaatsanwaltes erinnert die Stadt Frankfurt seit Freitag an Fritz Bauer, den Initiator des ersten Frankfurter Auschwitz-Prozesses. Bauer war als Jude selbst ein Verfolgter des Nazi-Regimes und nach dem Krieg aus der Emigration nach Deutschland zurückkehrt. Der Jurist und Sozialdemokrat hatte sich auch bei der Reform des Justizsystems nach dem Zweiten Weltkrieg engagiert.

          „Den Namen Fritz Bauer sollte jedes Schulkind kennen“, sagte die Frankfurter Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) zur Bedeutung Bauers. Bauer habe das Schweigen gebrochen, das auch noch zehn Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in der bundesdeutschen Gesellschaft herrschte - und er habe den Überlebenden von Auschwitz eine Stimme gegeben. Mit den Aussagen der ehemaligen Häftlinge des größten deutschen Vernichtungslager erhielt der Holocaust erstmals vor einem Gericht in der Bundesrepublik eine öffentliche Dimension.

          Verneigung vor seinem Mut und seiner Entschlossenheit

          Von 1957 bis zu seinem Tod im Jahr 1968 wohnte Bauer im Frankfurter Westend in einem Haus in 1950er-Jahre-Architektur, das sich im Vergleich zu benachbarten Gründerzeitvillen relativ bescheiden ausnimmt. In der bürgerlichen Gegend habe Bauer Diskussionen mit Frankfurter Intellektuellen erlebt, aber auch Anfeindung erfahren, sagte Gottfried Kößler, stellvertretender Direktor des Fritz Bauer Instituts in Frankfurt. Im Westend fanden im Oktober 1941 die ersten Massendeportationen Frankfurter Juden nach Lodz statt.

          Fritz Bauer soll die Welt außerhalb seines Dienstzimmers einmal als „Feindesland“ bezeichnet haben. Dennoch ließ er bei der Aufarbeitung nationalsozialistischer Verbrechen nicht nach. „Frankfurt verneigt sich vor seinem Mut und seiner Entschlossenheit“, heißt es auf dem Text der Gedenktafel.

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