25.02.2007 · Das aufregende Leben der neunjährigen Lola beschreibt die Schriftstellerin Isabel Abedi in einer ganzen Buchreihe. Bei den „Sonntagsgeschichten“ las sie daraus zugunsten der Spendenaktion „F.A.Z.-Leser helfen“.
Von Friederike HauptDiese Lola rennt nicht. Wäre ja auch langweilig. Lieber träumt, phantasiert, küsst, singt, schauspielert und diskutiert die Lola, von der hier die Rede sein wird. Vielleicht rennt sie sogar auch einmal, aber dann nur, um schnell dort zu sein, wo sie Wichtigeres zu tun hat, als zu rennen. Isabel Abedis Kinderbuchfigur Lola führt ein wahrlich aufregendes Leben – manchmal zwar nur in ihrer eigenen Phantasie, aber immerhin. Viele der Kinder und Eltern, die auf Einladung der F.A.Z. ins Foyer des Sendesaals des Hessischen Rundfunks gekommen sind, kennen Lola aus den vier Büchern über sie gut und haben Exemplare zum Signieren mitgebracht.
Schriftstellerin Isabel Abedi bereitet schon einmal Autogrammkarten vor. Sie liest heute für einen guten Zweck: Honorar und Eintrittsgelder der „Sonntagsgeschichten“-Lesung kommen der Spendenaktion „F.A.Z.-Leser helfen“ zugute. Neben dem Gastgeber und der Autorin unterstützt auch die Hassia Mineralquellen GmbH aus Bad Vilbel die Veranstaltung, schenkt unentgeltlich Getränke aus und verteilt Schirmmützen und Miniradios. Letztere bleiben natürlich ausgeschaltet, während Abedi liest – der Autorin ruhig zuzuhören fällt den Kindern aber nicht schwer, schließlich geht es um Lola.
„Wo hat Lola ihre Froschphobie her?“
Lola ist 15 Jahre alt und schwerreiche Popsängerin, verdient mit jedem Lied zwei bis fünfeinhalb Millionen und kauft davon Kaugummiautomaten und große Häuser. „Boah“, rufen die Kinder verblüfft, als Abedi das vorliest. Klingt traumhaft, und das ist es auch: Die in Wirklichkeit neunjährige Lola phantasiert eben gerne, und ihre Lieblingsidee ist derzeit die vom Leben als berühmte Sängerin. Die Autorin wählt geschickterweise als erstes Textstück eines, das Lola vorstellt, so dass auch Unkundige schnell wissen, um wen es hier geht. Als Lola einzuschlafen versucht und ihr das trotz verschiedenster Bemühungen nicht gelingt, reicht es ihrer Mutter: „Wenn du jetzt nicht schläfst, reiß ich dir den Kopf ab!“
Ob ihre Mütter denn auch so herzlos seien, will Abedi von den Kindern wissen. „Neiiiin!“, rufen die. Manche haben es sich auf den Polstermatten vor der Bühne gemütlich gemacht, andere sitzen neben ihren Eltern. Viele sind Lola-Experten, können der Autorin auf Nachfrage komplizierte Verwandtschaftsverhältnisse ihrer Protagonistin erklären und kennen auch ihren größten Wunsch: „Sie sucht eine beste Freundin“, weiß ein Mädchen.
Dass Abedi, wie sie erzählt, persönliche Erlebnisse und Erfahrungen in die Geschichten einfließen lässt, finden die Kinder toll. „Wo hat Lola ihre Froschphobie her?“, möchte eine Zuhörerin wissen, als die Autorin zu Fragen aufruft. Einer Freundin von ihr gehe es so, antwortet Abedi. „Ein bisschen die Wirklichkeit beklauen schadet nicht.“ Sie erzählt außerdem, dass ihr die Idee zu der Buchreihe auf der Frankfurter Buchmesse gekommen sei, dass sie zufällig herausgefunden habe, dass die „Lola“-Illustratorin Dagmar Henze genau gegenüber ihrem Haus in Hamburg wohne und dass sie den fünften Band schon plane.
Keine „Jungs-sind-doof-Bücher“
Als es dann auch noch ans Küssen geht, lauschen die Kinder besonders aufmerksam. Allerdings handelt es sich bei dem Kuss um eine „geschäftliche Angelegenheit“, wie Lola sagt, spielt sie doch in der Theatergruppe der Schule das Schneewittchen und soll vom Prinzen im Sarg geküsst werden. Eine heikle Sache, denn der Prinzschauspieler ist der Freund ihrer besten Freundin. Der eigene Freund verlangt eifersüchtig nach einer Videoaufzeichnung der Kussprobe. Und dann stürmt auch noch im entscheidenden Moment die Freundin ins Zimmer . . . Erst mit weit aufgerissenen Augen, dann kichernd hören die Kinder zu, wiederholen manche Sätze grinsend und applaudieren gemeinsam mit den Erwachsenen kräftig, als Abedi die Bücher schließt.
Autogramme gibt es jetzt für alle, die eines wollen, und sofort bildet sich ein Pulk von Kindern um den Tisch der Autorin. Auch Jungen sind dabei, denn die „Lola“-Bücher sind zwar vor allem für Mädchen geschrieben, dabei aber, wie Abedi beteuert, absolut keine „Jungs-sind-doof-Bücher“. Das dürfte das Mädchen, das nach der Lesung ihr „Lola“-Buch energisch gegen den Zugriff ihres kleinen Bruders verteidigt, auch gemerkt haben.
Spendenaktion „F.A.Z.-Leser helfen“
Die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ und die „Frankfurter Allgemeine / Rhein-Main-Zeitung“ bitten um Spenden, die dem Frankfurter Caritasverband und dem Sigmund-Freud-Institut, zusammen mit dem Institut für analytische Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie in Hessen, zugute kommen.
Spenden für das Projekt „F.A.Z.-Leser helfen“ bitte auf die Konten: Nummer 11 57 11 bei der Frankfurter Volksbank (BLZ 501 900 00). Nummer 97 80 00 bei der Frankfurter Sparkasse (BLZ 500 502 01).
Die Namen der Spender werden in der Zeitung veröffentlicht. Selbstverständlich wird auch der Wunsch respektiert, auf eine Namensnennung zu verzichten. Spenden können steuerlich abgesetzt werden. Allen Spendern wird, sofern die vollständige Adresse angegeben ist, eine Spendenquittung zugeschickt.