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Zerstochene Autoreifen : Das Werk eines Wahnsinnigen

  • -Aktualisiert am

27 Autos hat der Täter heimgesucht und dabei 31 Reifen zerstochen. (Symbolbild) Bild: dpa

In einem Frankfurter Stadtteil werden in einer Nacht 27 Autos beschädigt. Der Täter zersticht die Reifen wie im Rausch – es ist nicht der erste Vorfall dieser Art. Welche Motive stecken hinter diesem Vandalismus?

          Am Tag danach ist die Straße wie leergefegt. Die Wohnhäuser in der Straße Am Dorfgarten reihen sich aneinander wie in vielen Teilen Preungesheims. Autos stehen dicht an dicht. Irgendwann kommt ein Mann vorbei und blickt auf die Fahrzeuge, die in der Nacht von Donnerstag auf Freitag heimgesucht worden sind. Sein Auto sei nicht dabei, sagt er. Der Mann hat Glück gehabt.

          Die Taten der Nacht sehen am nächsten Morgen aus wie das Werk eines Wahnsinnigen. 27 Autos hat der Täter heimgesucht und dabei 31 Reifen zerstochen. Selbst die Polizei sagt, das müsse man erst einmal hinbekommen. Offenbar ist der Täter von einem zum nächsten Wagen gezogen und hat vom Bürgersteig aus mit einem größeren scharfen Gegenstand die Reifen aufgeschlitzt. Wie im Rausch. Als Anwohner aus dem Schlaf gerissen wurden, weil sie ein lautes Zischen vor ihrem Haus hörten, sahen sie den Täter gerade noch um die Ecke rennen. Sie riefen die Polizei. Doch die Fahndung blieb erfolglos.

          Es ist nicht das erste Mal, dass in einer Nacht mehrere Fahrzeuge beschädigt werden. In Frankfurt passiert das zurzeit ziemlich oft. Zerstochene Reifen, abgetretene Spiegel und zerkratzter Lack sind noch die „mildere Version“ solcher Zerstörungswut. Auch Autobrände hat es in den vergangenen Monaten in Serie gegeben.

          Zerkratzte und auch brennende Autos

          Kurz vor Jahresende wurden vier Autos in Heddernheim in Brand gesteckt, die Flammen griffen auf weitere Autos über. Zwei Wochen zuvor brannten mehrere Fahrzeuge in Hausen. Anfang November hatten Unbekannte im Nordend 38 Autos an unterschiedlichen Straßen zerkratzt. Ebenso gingen Vandalen im September in Sachsenhausen vor, sie beschädigten ein Dutzend Autos in kurzer Zeit. Am selben Wochenende wurden Luxuskarossen im Westend beschmiert. In diesem Fall schließt die Polizei eine politisch motivierte Tat nicht aus.

          Zerkratzt wurden im vergangenen August auch Autos in Heddernheim. Mit einem spitzen Gegenstand hatten die Täter ihre Spuren an Türen und Kotflügeln hinterlassen. Ein Randalierer tauchte im Juli in der Altstadt auf, ein weiterer im selben Monat in Preungesheim. Ebenfalls im Juli nahm die Polizei in Niederrad einen Reifenstecher fest – nur Wochen nachdem in Sachsenhausen reihenweise Spiegel abgetreten worden waren.

          Autos zu beschädigen scheint eine Art Volkssport geworden zu sein. Und die genannten Fälle sind nur jene, die die Polizei der Presse mitgeteilt hat. Die Zahl der Fälle aus dem vergangenen Jahr liegt viel höher, wie sich aus den Statistiken früherer Jahre erahnen lässt. So wurden 2016 in Frankfurt 2936 Sachbeschädigungen an Autos registriert. 2015 waren es 2899. Die Zahl für 2017 gibt die Polizei erst im Februar bekannt, wenn die offizielle Kriminalstatistik vorgestellt wird. Aber dass sie ähnlich hoch sein wird wie in der Vergangenheit, ist anzunehmen.

          Eine Polizeisprecherin sagt, man habe die Taten im Blick. Die Beamten aus den Revieren würden vor allem nachts ein Augenmerk auf die Wohnsiedlungen haben. Einen Zusammenhang zwischen den einzelnen Streifzügen der Kriminellen sähen die Ermittler nicht. „Dazu sind die Taten zu unterschiedlich.“ Das gelte sowohl für die Tatorte als auch für die Ausführungen. Allenfalls bei den Bränden könnte es sich um denselben Täter handeln. Aber auch das sei eher unwahrscheinlich.

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