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Schülerdemonstration : Mit Kochlöffel gegen Großcaterer

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Streitobjekt: Die Kantine „Buen Bario“ der IGS Nordend Frankfurt soll durch den Großcaterer Sodexo übernommen werden. Deswegen demonstrierten am Montag rund 500 Schüler vor dem Sitz des Unternehmens in Rüsselsheim. Bild: dpa

Rund 500 Schüler der IGS Nordend aus Frankfurt demonstrierten am Montag vor dem Sitz des Großcaterers Sodexo in Rüsselsheim. Ihre Forderung ist simpel: gutes Essen.

          Rüsselsheim am Montagvormittag: 500 Schüler versperren die Darmstädter Landstraße. Sie haben Trillerpfeifen im Mund und halten Plakate hoch. „IGS für gutes Essen“, ist da zu lesen.

          IGS steht für „Integrierte Gesamtschule“, diese befindet sich im Frankfurter Nordend. Die Schulgemeinde hat am vergangenen Montag einen etwas anderen „Wandertag“ anberaumt – es geht zum Sitz des Großcaterers Sodexo im Rüsselsheimer Gewerbegebiet. Schüler und Eltern protestieren dagegen, dass Sodexo ihre Kantine übernimmt. Die ist noch in der Hand des Familienbetriebs Cantina Buen Barrio. Bei einem Ausschreibungsverfahren der Stadt Frankfurt hatte Sodexo den Zuschlag erhalten.

          Individuelle Zubereitung der Speisen

          Nach einer halben Stunde Fußmarsch ist das Firmengelände in Sichtweite. „Sodexo buh, leck meinen Schuh“, rufen einige. Eine Schülerin hat sich als Köchin verkleidet, schlägt mit einem Kochlöffel auf einen Deckel. Andere zeigen den Stinkefinger in Richtung des Gebäudes.

          Auch Schulleiter Uwe Gehrmann ist mittendrin. Er steht auf einer Mauer, scharrt die Schüler um sich und ruft durch ein Megafon: „Uns ist egal, ob Sodexo gut kochen kann oder nicht. Wir sind hier, weil Sodexo uns etwas kaputtmacht!“ Die Menge johlt. Die Schüler wünschen sich vor allem, dass das Kantinenpersonal, das seit 2009 die Schule bekocht, bleibt. „Sie gehen auf die Schüler ein und bereiten das Essen auch individuell zu“, sagt Mutter Stephanie Dietmann. Sodexo übernehme zwar die Mitarbeiter, Dietmann befürchtet aber, dass sie für kleine Extrawünsche „keinen Spielraum mehr bekommen“.

          Klare Forderung: Uwe Gehrmann, Schulleiter der IGS Nordend, spricht auf der Demo vor dem Sitz des Verpflegungskonzerns Sodexo. Das Unternehmen mache „etwas kaputt“.

          Einer der Schüler, es ist der 15 Jahre alte Joaquin Celino Rio Antas, kämpft sich durch die Schülermassen den Weg zur Eingangstür des Gebäudes frei. In der Hand hält er eine Mappe mit Briefen, in denen die Schüler den Konzern auffordern, auf die Übernahme der Kantine zu verzichten. Der junge Mann klopft auffordernd an die Eingangstür. Erst als er lauter, drängender, unnachgiebiger klopft, darf er hinein.

          Ein Sicherheits-Angestellter bittet ihn zum Empfang. Man habe ihm zugesichert, die Briefe weiterzureichen, erzählt er wenig später den Wartenden. Joaquin Celino Rio Antas ist zu einer kleinen Berühmtheit unter den Schülern geworden. Er war es, der ein Verfahren vor dem Verwaltungsgericht angestrengt hat, weil die Schüler nicht in die Entscheidung eingebunden worden seien. Jetzt gehe es darum, so Rio Antas, die Vertragsunterzeichnung weiter hinauszuzögern. Sodexo-Direktor Dieter Gitzen sagte gegenüber dieser Zeitung, dass er „noch keinen rechtsverbindlichen Zuschlag erhalten habe“


           

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