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Veröffentlicht: 01.03.2017, 11:30 Uhr

Ryanair Irischer Punch für die Lufthansa

Erst vor ein paar Wochen sorgte der durch niedrigere Entgelte geförderte Start der irischen Ryanair in Frankfurt für Aufregung. Nun ist Airline-Chef Michael O’Leary nach Frankfurt gekommen, um nachzulegen.

von , Frankfurt
© dpa Immer öfter: Ryanair baut die Präsenz in Frankfurt im nächsten Winter massiv aus.

Michael O’Leary beginnt überpünktlich die Pressekonferenz, die beim Chef der Mütter aller Low-Cost-Fluggesellschaften immer auch ein Stück Kleinkunst ist. Den Unruhestifter unter den Airline-Chefs treiben sichtlich die Neuigkeiten um, die er zu verkünden hat. Dass sein linker Arm in einer Trageschlinge ruht, baut er kurzerhand in die Nummer ein. Das passiere eben, wenn man mit der Lufthansa fliege, dichtet er und legt los: Seine Airline werde zum Winterflugplan 2017/2018 fünf weitere Jets der Boeing 737-800-Flotte in Frankfurt stationieren und 20 neue Verbindungen offerieren, verkündet er. Erst vor wenigen Wochen hat O’Learys Vorstandskollege David O’Brien in Frankfurt für erhebliche Aufregung in der Branche gesorgt, als er zusammen mit Frankfurts Flughafen-Chef Stefan Schulte verkündete, dass Ryanair vom Sommer an zwei Flugzeuge in Frankfurt stationieren und vier Verbindungen täglich bedienen werde: nach Palma de Mallorca, nach Alicante, Faro und nach Málaga.

Jochen Remmert Folgen:

Seinerzeit hat O’Brien noch gescherzt, er habe O’Leary daheim eingesperrt, weil der einmal unsinnigerweise gesagt habe, man werde nie von Frankfurt aus starten, weil der Flughafen zu teuer sei. Inzwischen hat O’Leary seine Meinung und die Strategie der Billiglinie geändert: Er sucht nicht mehr nur Provinzflughäfen, er will an die großen Flughäfen, wobei er auch die für die Rentabilität so wichtigen kurzen Bodenzeiten zwischen Ankunft und Abflug hintanstellt. Er will die Businesskunden, daran lassen viele der neuen Verbindungen von Frankfurt aus keinen Zweifel: zweimal täglich London, täglich Mailand, Madrid, Barcelona, Lissabon, Porto, Athen, Krakau, Glasgow und andere. Das kann die Lufthansa am Heimatflughafen Frankfurt nicht unbeeindruckt lassen, wenngleich die Zahl der dort angebotenen täglichen Verbindungen jeweils zigfach darüber liegen dürfte.

O'Learys Seitenhieb auf Eurowings

Von Lufthansa-Vorstandschef Carsten Spohr ist am Tag des spektakulären O’Leary-Auftritts in Frankfurt nichts zu hören, anders als nach der Ryanair-Botschaft vor wenigen Wochen, als sich Spohr öffentlich über angeblich exklusiv Ryanair in Frankfurt gewährte Rabatte echauffierte. Diesmal erläutert ein Konzernsprecher auf Nachfrage, dass man sich über jeden Wettbewerber freue, sofern es keine wettbewerbsverzerrende Entgeltordnung gebe. Das aber sei derzeit in Frankfurt der Fall. Lufthansa sei im Gespräch mit Fraport. Lufthansa müsste aber auch mit dem hessischen Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Die Grünen) reden, denn der hat die jüngste Entgeltordnung – nach Korrekturen – genehmigt.

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2018, wenn der Lufthansa-Konzern als Antwort auf Ryanair seine Billiglinie Eurowings in Frankfurt stationiert, kann Fraport zufolge auch der Kranich für seine Discountairline Rabatte erwarten. Der Ryanair-Chef gibt sich gewohnt angriffslustig auf die Frage nach Eurowings als Konkurrenz. Eurowings sei ihm die liebste aller Low-Cost-Airlines, weil sie die schlechteste Kostenstruktur habe. Überhaupt könne die Eurowings eigentlich nur „im Ballsaal der Lufthansa als Low-Cost-Carrier durchgehen“, sagt O’Leary. Dann geht der Protagonist ab.

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