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Rock Am Ring : Terrorverdacht mit Vorgeschichte

  • -Aktualisiert am

Festival „Rock Am Ring“: Abbruch nach Verkehrskontrolle. Bild: Reuters

Der Mann, wegen dem beim Festival „Rock Am Ring“ Terroralarm ausgelöst wurde, ist bei den Behörden kein Unbekannter. Gegen den in Frankfurt lebenden Syrer wurde in der Vergangenheit bereits ermittelt.

          Die Ermittlungen nach dem Terroralarm beim Festival „Rock am Ring“ richten sich zunehmend gegen einen 25 Jahre alten Frankfurter. Der gebürtige Syrer war offenbar derjenige, der die Behörden hat aufhorchen lassen, nachdem festgestellt worden war, dass er unter falscher Identität Zugang zu dem Festival-Gelände hatte. Diese Details wurden aus Sicherheitskreisen bekannt. Nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ist der Syrer registriert unter dem Namen Abdul G., wobei nicht ausgeschlossen wird, dass er weitere Schein-Identitäten besitzt. Er ist den Behörden schon seit Jahren kein Unbekannter. Bereits in der Vergangenheit wurde gegen ihn wegen Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat ermittelt.

          G. war auch derjenige aus der Gruppe der in Rheinland-Pfalz festgenommenen Männer, der den größten Bezug in die hessische Salafistenszene hat. Wie berichtet, sitzt auch sein Bruder derzeit im Gefängnis, allerdings nicht in Hessen, sondern in Freiburg wegen eines Betäubungsmitteldelikts. Dem Vernehmen nach soll aber ein weiteres Verfahren gegen ihn anhängig sein wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung. Eingeleitet hatte dieses Verfahren offenbar die Staatsanwaltschaft Frankfurt.

          Die Männer wurden von einem Subunternehmen rekrutiert

          Unklar ist noch immer, warum G. und seine beiden Begleiter, die aus Gießen und Fulda stammen sollen, sich unter falschem Namen haben registrieren lassen. Aus Sicherheitskreisen hieß es gestern, außer dem Verdacht, sie wollten auf diesem Weg eine schwerwiegende Straftat begehen, sei ebenso möglich, dass andere Gründe eine Rolle spielten, etwa Sozialbetrug. Diese Möglichkeit werde derzeit geprüft.

          Möglicherweise hätten G. und seine beiden Bekannten nach Einschätzung der Behörden nicht viel Zeit gehabt, einen größeren terroristischen Akt vorzubereiten. Offenbar waren sie erst kurzfristig von dem Subunternehmen, das auf dem Musikfestival mit verschiedenen Tätigkeiten betraut war, rekrutiert worden, nachdem andere Mitarbeiter kurz vor dem Festival abgesprungen waren. Aber auch dieser Zusammenhang werde geprüft, hieß es. Das hätte auch „so geplant“ sein können.

          Quelle: F.A.Z.

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