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Religion Kirchen: „Bau von Moscheen unterstützen“

17.09.2007 ·  Kurz vor der von den Kirchen getragenen „Woche der ausländischen Mitbürger“, die in Frankfurt eröffnet wird, haben die Kirchen vor Islam-Furcht gewarnt und dazu aufgerufen, Muslimen bei der Integration zu helfen.

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Kurz vor vor Beginn der diesjährigen bundesweiten „Interkulturellen Woche/Woche der ausländischen Mitbürger“ haben die Kirchen vor Islam-Furcht gewarnt und dazu aufgerufen, Muslimen bei der Integration zu helfen. Die überwältigende Mehrheit der in Deutschland lebenden Muslime habe nichts mit einem gewalttätigen Islamismus zu tun, betonte der Ökumenische Vorbereitungsausschuss der Kirchen für die Ausländerwoche am Montag in Frankfurt.

Die von den Kirchen getragene „Ausländerwoche“ steht in diesem Jahr unter dem Motto „Teilhaben - Teil werden!“. Sie wird am Freitag mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Frankfurter Katharinenkirche zentral für die Bundesrepublik eröffnet. Der Ökumenische Vorbereitungsausschuss rechnet für die Ausländerwoche mit insgesamt über 3.000 Veranstaltungen in mehr als 200 Kommunen. Der „Tag des Flüchtlings“ im Rahmen der Ausländerwoche am übernächsten Freitag hat das Leitwort „Flüchtlinge schützen - nicht abschieben!“.

„Migranten nach wie vor benachteiligt“

Der Vorbereitungsausschuss beklagte in einer Erklärung zu der Ausländerwoche, viele Migranten in der Bundesrepublik seien nach wie vor benachteiligt, etwa im Bildungssystem und im Berufsleben. Das gelte insbesondere für Muslime. Das Gremium rief dazu auf, Muslimen die Chance zur Integration zu geben, und betonte, der Islam sei eine Religion in Deutschland. Der Ausschuss plädierte dafür, in allen Bundesländern islamischen Religionsunterricht einzuführen. Er sprach sich auch dafür aus, den Bau von Moscheen zu unterstützen. Moscheen zu bauen, sei nicht nur das gute Recht der Muslime. Der Bau von Moscheen sollte vielmehr als ein Zeichen dafür gesehen werden, dass muslimische Gemeinschaften in der hiesigen Gesellschaft angekommen seien.

Die Vorsitzende des Vorbereitungsausschusses, Gabriele Erpenbeck, forderte Kirchengemeinden und Kommunen zu Signalen der Solidarität mit Migranten und Flüchtlingen auf. Dies sei insbesondere notwendig angesichts rassistisch motivierter Angriffe und Hetzjagden in verschiedenen Orten und einer viel zu weit verbreiteten ausländerfeindlichen Grundhaltung.

Dem ökumenischen Gottesdienst zur Eröffnung der Ausländerwoche stehen der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, der stellvertretende Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), der thüringische Landesbischof Christoph Kähler, und der griechisch-orthodoxe Metropolit von Deutschland, Augoustinos, vor. Ein Grußwort spricht die Frauenbeauftragte der Islamischen Religionsgemeinschaft Hessen (IRH), Naime Cakir.

„Jahrzehntelange Versäumnisse“

Auch die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau hat mehr Engagement für die Integration von Zuwanderern gefordert. „Jahrzehntelange Versäumnisse“ müssten vor allem bei der Integration von Menschen aufgeholt werden, die schon lange hier lebten. Das verlangten der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Peter Steinacker, und der Vorstandsvorsitzende des Diakonischen Werks in Hessen und Nassau, Wolfgang Gern.

Steinacker und Gern kritisierten, dass Hessen 2004 alle Zuschüsse für Migrationssozialarbeit gestrichen habe und sich seither auf Sprachkurse und ehrenamtliche „Integrationslotsen“ konzentriere. Das reiche aber nicht aus: „Beide Seiten, die Zuwanderer und die deutsche Bevölkerung sowie Behörden und Einrichtungen, brauchen Hilfen zur besseren Integration.“ Zwar gebe es dies nicht zum Null-Tarif. „Aber weitere Desintegration kommt uns wesentlich teurer zu stehen“, sagten Steinacker und Gern. Auch nach vielen Jahren in Deutschland seien Zuwanderer in der Bildung und im Berufsleben benachteiligt. Im Vergleich zu Deutschen seien sie doppelt so oft arbeitslos und deutlich häufiger von Armut betroffen.

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