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Radfahrer An der Hauptwache kann es für Radler eng werden

03.09.2007 ·  Frankfurt sei auf dem Weg zur fahrradfreundlichen Stadt, glaubt der ADFC. In den vergangenen Jahren sei die Infrastruktur für Radler verbessert worden. Gefährliche Stellen gebe es aber nach wie vor, etwa am Alleenring.

Von Nadine Lindner
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Auch wenn auf der Zeil einige Fußgänger böse Blicke werfen und manches Wortgefecht zwischen Radfahrern und Autofahrern etwas anderes vermuten lässt: Auf Frankfurts Straßen geht es trotz Enge und Hektik weitgehend friedlich zu. Das ist die Einschätzung des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC), die vom Frankfurter Verkehrsdezernenten Lutz Sikorski (Die Grünen) geteilt wird.

Seit einigen Jahren gibt es in Frankfurt immer mehr Menschen, die ihr Fahrrad als Verkehrsmittel nutzen. Sie fahren damit zur Arbeit, zur Schule und zum Einkaufen oder unternehmen in ihrer Freizeit Radtouren. Nach den jüngsten Erhebungen sind knapp zehn Prozent der Verkehrsteilnehmer Radler, sagt Fritz Biel, der verkehrspolitische Sprecher des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs.

„These vom 'latenten Bürgerkrieg' ist übertrieben“

Nach dem Willen Sikorskis sollen es noch mehr werden. „Wir streben einen Anteil von 15 Prozent Radfahrern am gesamten Verkehrsaufkommen an“, sagt der Verkehrsdezernent. Erfreulich finde er, wer alles mittlerweile das Fahrrad nutze. Radfahrer fänden sich in allen Altersklassen und gesellschaftlichen Schichten: „Der radelnde Banker ist längst kein Unikat mehr.“

Die beengte Verkehrssituation, gerade in der Innenstadt, und mangelnde Kommunikation der Verkehrsteilnehmer seien die größten Probleme, sagt Sikorski. „Die Autofahrer müssen einfach lernen, dass Radfahrer ganz normal zum Verkehr dazugehören.“ Jedem nörgelnden Autofahrer sage er, dass er über die Fahrräder froh sein solle: „Jeder Radler auf der Straße bedeutet ein Auto weniger und damit weniger Staus.“ Radfahrer müssten jedoch auch akzeptieren, dass sie Verkehrsregeln nicht nach Gutdünken brechen könnten. Dazu zähle das Überfahren von roten Ampeln sowie zu hohes Tempo in den Fußgängerzonen. Die These vom „latenten Bürgerkrieg“, wie sie der Verkehrssoziologe Alfred Fuhr vertritt, hält Sikorski für „gnadenlos übertrieben“.

Auf der Zeil wird sich in den nächsten Jahren für Radfahrer einiges ändern. Die Abstellmöglichkeiten an den Schutzgeländern der Bäume werden im Zuge der Neugestaltung der Zeil verschwinden, dafür soll es Biel zufolge in den Seitenstraßen mehr Abstellmöglichkeiten geben. Schwierigkeiten sieht der Vertreter des ADFC vor allem durch die geplante Verkehrsänderung an der Hauptwache. Wenn diese, wie geplant, in eine Fußgängerzone umgewandelt werde, müssten Radler, die die Stadt von Norden nach Süden durchqueren wollten, auf die Konstablerwache oder den Opernplatz ausweichen. Oder sie schlängelten sich zwischen den Fußgängern durch – ein Vorgehen, das sicherlich wieder Proteste auslöste.

Beinahe-Kollisionen am Alleenring

Auch an den Ufern des Mains ist es gelegentlich eng. Gerade an sonnigen Tagen oder am Wochenende teilen sich Fußgänger und Radfahrer die Wege, hinzu kommen Inlineskater und Jogger. „Hier hilft nur Rücksichtnahme“, sagt Sikorski. Biel hofft auf Ausweichmöglichkeiten für Radler, die es eilig haben, zum Beispiel auf den Straßen, die parallel zum Mainufer verlaufen.

„Das Klima zwischen Rad- und Autofahrern war in der Vergangenheit etwas rauh in dieser Stadt“, sagt Biel, aber es habe sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Er führt diese Entwicklung auf den kontinuierlichen Ausbau der Infrastruktur für Radler zurück, die Kommune sei auf einem guten Weg zur fahrradfreundlichen Stadt. Engpässe gebe es jedoch nach wie vor. Beispielsweise am Alleenring. Dort komme es häufiger zu Beinahe-Kollisionen: Rechtsabbiegende Autofahrer übersehen mitunter die geradeaus fahrenden Radler. Biel ist überzeugt, dass an vielen gefährlichen Stellen nur deshalb verhältnismäßig wenige Unfälle passierten, weil die Radfahrer freiwillig auf ihre Vorfahrt verzichteten.

Damit das Zusammenspiel der Verkehrsteilnehmer gelingen könne, müssten die Verkehrsströme getrennt werden, sagt Sikorski. Das heißt für den Verkehrsdezernenten, dass es gemeinsam genutzte Gehwege in der Zukunft nicht mehr geben dürfe. Ebenso sei es wichtig, Radwege deutlich zu markieren und so vom restlichen Verkehr abzugrenzen. Für Radwege an allen Straßen fehle es in Frankfurt mitunter jedoch am notwendigen Platz.

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