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Grillen in Frankfurt : Dunkle Wolken über dem Lohrberg

Rauchzeichen: Auf dem Lohrberg herrscht bei schönem Wetter dicke Luft. Bild: Rainer Wohlfahrt

Auf dem Frankfurter Hausberg versammeln sich an den Sonntagen Dutzende Grill-Fans. Andere Besucher des Parks ärgern sich über Qualm, Lärm, Müll und Parkplatz-Chaos. Und es könnte noch schlimmer werden.

          Die Grillwürste liegen in zwei Reihen auf dem Rost, den restlichen Platz belegen marinierte Fleischklumpen. Nikolas Gramatikov wedelt mit Pappe Luft in die glühende Kohle. Dichter Rauch steigt auf und wird vom Wind über die Liegewiese des Lohrbergplateaus geweht. Rund um den Dreibeingrill haben sich Freunde und Familienmitglieder von Gramatikov auf dem Rasen niedergelassen. Ein gutes Dutzend Leute.

          Bernd Günther

          Freier Autor in der Rhein-Main-Zeitung.

          „Zwei- bis dreimal im Jahr gehen wir gemeinsam grillen“, erzählt der aus Mazedonien stammende Familienvater. Er wohnt in Maintal-Bischofsheim. Bisher sei er gerne in den Heinrich-Kraft-Park im benachbarten Fechenheim gegangen. Doch dort sei das Grillen nun verboten. Nun sei der Lohrberg der nächstgelegene Grillplatz. „Es ist schön hier“, sagt Gramatikov und meint nicht nur die Wiese, auf der Grillen noch erlaubt ist, sondern auch den Ausblick auf die Hochhäuser in der Innenstadt.

          Platz am Wochenende knapp

          Der Lohrberg ist ein beliebtes Naherholungsziel. Auf der 180 Meter hohen Erhebung zwischen Seckbach und Bergen-Enkheim gibt es Gärten, öffentliche Wiesen, ein Planschbecken samt Spielplatz, Spazierwege neben Weinreben und ein Aussichtsplateau. Ausflügler können in der Lohrbergschänke und dem Main-Äppel-Haus einkehren. Oder sie lassen sich auf der Wiese nieder und versorgen sich selbst. An sonnigen Wochenenden und Feiertagen stehen auf dem Rasen ein Dutzend und mehr Grills, ein jeder umlagert von Männern, Frauen, Kindern und Greisen. Sprachen aller Welt sind zu hören, Radios dudeln, und die aufsteigenden Rauchfahnen, die durchsetzt sind vom Geruch spiritusgetränkter Grillanzünder, wabern über den Lohrberg. Nicht jedem Besucher der Grünanlage gefällt das.

          Freizeitfußballer hecheln auf einer benachbarten Wiese durch den Qualm, der auch Spaziergänger umhüllt, die geruhsam über den Lohrberg wandeln wollen. Nicht wenige schauen kritisch und dürften sich fragen, warum eine so exponierte Fläche als Grillplatz ausgewiesen ist. Werner Skrypalle (SPD), der dem für Seckbach zuständigen Ortsbeirat 11 vorsteht, kennt die Kritik. „Wir wollen den Bürgern diese Form der Freizeitgestaltung aber nicht verwehren“, sagt er.

          Gleichwohl haben die Stadtteilpolitiker dieses Jahr den Lohrberg besonders im Blick. Der Ortsbeirat, der auch für Fechenheim zuständig ist, hatte im vergangenen Jahr die Schließung der Grillanlage im Heinrich-Kraft-Park durchgesetzt. Die Zustände dort waren unhaltbar geworden. Im Oktober hieß es darum „Feuer aus“: Das Grünflächenamt ließ die Grillstation in dem Waldspielpark abbauen. Für die Freizeitgriller ein herber Verlust; immerhin gab es dort 14 Feuerstellen sowie Tische und Bänke für rund 400 Personen. An Wochenenden wurde der Platz trotzdem knapp. Federballfelder und Boccia-Bahnen wurden zu Grillflächen, und sogar auf den Wiesen wurden offene Feuer entfacht.

          Kontrollposten an Sonn- und Feiertagen

          Früh war im Ortsbeirat die Sorge geäußert worden, dass viele der Grill-Fans künftig auf dem Lohrberg anzutreffen sein würden. Das Ausflugsziel könnte erheblich darunter leiden. Zwar gibt es dort wenigstens ein Toilettenhaus, das jüngst saniert wurde. Aber alle anderen Folgen wie vermüllte Wiesen, Konflikte zwischen den Parkbesuchern und der Parkplatzmangel an schönen Tagen könnten gänzlich außer Kontrolle geraten. Die Stadtteilpolitiker hatten darum schon im vergangenen Jahr ein neues Besucherkonzept für den Lohrberg gefordert.

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