04.01.2005 · Die Zahl jener, die für eine Rückkehr des Frankfurter Polizeivizepräsidenten Daschner in sein Amt plädieren, nimmt zu. Nach dem Bund Deutscher Kriminalbeamter befürwortet auch die Gewerkschaft der Polizei, einen solchen Schritt.
Die Zahl derjenigen, die für eine Rückkehr des Frankfurter Polizeivizepräsidenten Wolfgang Daschner in sein Amt plädieren, nimmt weiter zu. Nach dem Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) hat jetzt auch die größte Interessenvertretung der Sicherheitskräfte, die Gewerkschaft der Polizei (GdP), einen solchen Schritt befürwortet.
"Wenn Herr Daschner sich selbst dieses schwere Amt noch zutraut, haben wir keine Bedenken gegen seine Rückkehr nach Frankfurt", sagte der hessische GdP-Landesvorsitzende Jörg Bruchmüller am Dienstag. Der GdP gehören nach eigenen Angaben rund 12.000 der etwa 19.000 hessischen Polizeibediensteten an. Der BDK hatte sich schon im Dezember dafür ausgesprochen, Daschner, der "eine hochqualifizierte Führungspersönlichkeit erster Klasse" sei, wieder in seine alte Position einzusetzen.
Großer Rückhalt im Präsidium
Auch im Frankfurter Polizeipräsidium hat der Einundsechzigjährige offenbar großen Rückhalt. Das traditionelle Weihnachtssingen des Polizeichors am Tag vor Heiligabend wurde jedenfalls zu einer Demonstration der Solidarität mit Daschner. Als Polizeipräsident Harald Weiss-Bollandt vor rund 200 Beamten und Mitarbeitern in der Kantine des Präsidiums versprach, er werde sich beim hessischen Innenminister Volker Bouffier (CDU) dafür einsetzen, daß dieser Daschners "Herzenswunsch" erfülle, an seinen alten Arbeitsplatz zurückzukehren, gab es nach Berichten von Teilnehmern lauten und anhaltenden Applaus der Zuhörer.
Daschners berufliche Zukunft ist allerdings weiter ungewiß. Der Vizechef der Frankfurter Polizei, der Mitte Dezember wegen Verleitung zur schweren Nötigung im Mordfall Jakob von Metzler zu einer Geldstrafe unter Vorbehalt verurteilt wurde, ist seit der Anklageerhebung gegen ihn im Februar vergangenen Jahres ins Landespolizeipräsidium nach Wiesbaden abgeordnet. Nach dem Urteil gegen ihn hatte Daschner wie berichtet Urlaub genommen. Inzwischen ist er aber wieder an seinen Arbeitsplatz in Wiesbaden zurückgekehrt.
Bouffier hat zu entscheiden
Anfang nächster Woche wird auch Minister Bouffier wieder in seinem Büro erwartet. Dann soll möglichst umgehend das von ihm bereits angekündigte Gespräch darüber stattfinden, wo Daschner und ein ebenfalls wegen schwerer Nötigung verurteilter Kriminalhauptkommissar "angemessen eingesetzt werden können". Dabei würden selbstverständlich auch die Vorstellungen der beiden Beamten berücksichtigt, heißt es im Ministerium. (ler.)