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Platz für 700 Wohnungen Frankfurter Henninger-Areal wird bebaut

 ·  Der Weg für die Wohnbebauung des Henninger-Areals im Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen ist frei. Nach einem Streit um Lärmfragen haben sich der Eigentümer des ehemaligen Geländes der Henninger Brauerei und die Radeberger Gruppe verständigt.

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Der Weg für die Wohnbebauung des Henninger-Areals im Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen ist frei. Nach einem mehr als zwei Jahre währenden Streit um Lärmfragen haben sich der Eigentümer des ehemaligen Geländes der Henninger Brauerei, die Actris AG, und die Radeberger Gruppe, die in der direkten Nachbarschaft die Binding-Brauerei betreibt, auf eine Lösung verständigt.

Um den Konflikt zur heranrückenden Wohnbebauung auf dem Henninger-Areal zu entschärfen, will Radeberger auf seinem Gelände die Lärmschutzmaßnahmen verbessern. Wie der Sprecher der Geschäftsführung, Albert Christmann, ausführte, sind eine Reihe kleinerer baulicher Veränderungen geplant. Zum Beispiel sollen Fenster isoliert und Mauern errichtet werden, um den Lärm zu reduzieren. Die Kosten trägt Radeberger.

Sobald Planungsrecht besteht, soll es losgehen

Dem gleichen Zweck dient eine Verbreiterung des geplanten „Lärmpuffers“ um das Brauerei-Gelände. Anders als ursprünglich geplant wird der direkt an die Brauerei angrenzende Grundstücksstreifen nun als „Gewerbegebiet mit Einschränkungen“ ausgewiesen. In diesem bis zu 80 Meter breiten Streifen sind keine Wohnungen erlaubt, sondern nur Gewerbetriebe und Büros, die in den Nachtstunden höchstens 45 Dezibel emittieren. Durch die fünf- bis siebengeschossigen Gebäude soll die Brauerei gegenüber dem Wohngebiet abgeschirmt werden. Bisher war eine deutlich schmalere Pufferzone geplant.

Das Henninger-Gelände ist eine der letzten größeren Wohnbauflächen in Frankfurt und bietet Platz für rund 700 Wohnungen und etwa 2000 Einwohner. Hinzu kommen eine Kindertagesstätte, Einzelhandel und ein Stadtplatz. Westlich des Henninger-Turms soll ein Mischgebiet aus Gewerbe- und Wohngebäuden den Übergang zur Binding-Brauerei bilden. Infolge der Einigung kann der größte Teil der geplanten Wohnungen auch realisiert werden. Wie Daniel Hopp, Miteigentümer der Actris AG, sagte, soll die Bebauung beginnen, sobald Planungsrecht besteht: „Wir stehen seit Monaten in den Startlöchern, um aus der Brache am Hainer Weg ein attraktives Areal für Frankfurt und die Frankfurter zu erstellen.“

Radeberger will in den Standort Sachsenhausen investieren

Planungsdezernent Edwin Schwarz (CDU) will die wegen des Konflikts ausgesetzte Arbeit am Bebauungsplan umgehend wieder aufnehmen, sodass dessen Offenlage noch vor der Kommunalwahl beschlossen werden kann. Die Koalition hatte die Entscheidung über den Bebauungsplans vertagt, um den Druck auf die Unternehmen zu erhöhen, sich zu verständigen. Schwarz sprach gestern von „langen und schwierigen Gesprächen“, wie er sie in seiner Amtszeit noch nicht erlebt habe. Die Stadtverordneten müssen dem Kompromiss nun noch zustimmen. Schwarz unterstrich, dass die Binding-Brauerei in Frankfurt bleibe und etwa 500 Arbeitsplätze gesichert seien. Sein Parteifreund und Wirtschaftsdezernent Markus Frank sagte: „Arbeiten und Wohnen muss sich nicht ausschließen.“

Radeberger will in den Standort Sachsenhausen investieren. Wie Christmann sagte, werde zunächst ein zweistelliger Millionenbetrag in eine neue Abfüllanlage gesteckt, die 2012 die alte Anlage ersetzen soll. Er appellierte an die Stadtverordneten, den geänderten Bebauungsplan zügig zu verabschieden. Nur bei der nötigen Planungssicherheit könnten die nötigen Investitionen in den Brauereistandort getätigt werden.

Für den Henninger-Turm soll ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben werden

Die Radeberger-Gruppe hatte schon früh Bedenken gegen die Wohnbebauung in der Nachbarschaft angemeldet. Sie fürchtete Klagen von Anwohnern und auch um die Entwicklung des Brauereibetriebs. Der Konzern hatte vor zwei Jahren sogar angekündigt, seinen Standort in Sachsenhausen wegen der Ausgestaltung des Bebauungsplans für das frühere Henninger-Areal zu verlassen. Ein Umzug nach Bad Vilbel war aber gescheitert.

Die Vertreter der Koalition und der FDP reagierten gestern erleichtert auf die Einigung. Olaf Cunitz, Fraktionsvorsitzender der Grünen, hob hervor, dass auf die Stadt keine zusätzlichen Kosten zukämen. Elke Tafel Stein, planungspolitische Sprecherin der FDP, sagte, es sei für ihre Fraktion wichtig, dass der Industriestandort erhalten bleibe. „Sofern der Bestandschutz für Radeberger gewährleistet ist, können wir dem zustimmen.“

Offen ist weiterhin, ob in den unmittelbar an das Brauerei-Gelände angrenzenden Henninger-Turm auch Wohnungen untergebracht werden können. Der Turm liegt in einer Pufferzone zwischen dem geplanten Wohngebiet östlich des Hainer Wegs und dem Radeberger-Standort. Für den Henninger-Turm soll ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben werden. „Wir sind uns bewusst, was das Wahrzeichen für Frankfurt bedeutet“, sagte Hopp.

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Jahrgang 1978, Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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