09.04.2007 · „Kriege beenden statt Kriege vorbereiten“: Eingedenk dieses pazifistischen Mottos haben rund 2000 Demonstranten am Frankfurter Römer die atomare Abrüstung, den Tornado-Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan und den Konflikt mit Iran thematisiert.
Zur Abschlusskundgebung des Frankfurter Ostermarsches haben sich nach Angaben der Veranstalter etwa 2000 Menschen auf dem Römerberg versammelt. Nach den Worten von Willi van Ooyen, Sprecher der Informationsstelle Ostermarsch, war die Resonanz damit etwas größer als im Vorjahr.
Die Polizei sprach allerdings von nur 1200 Demonstranten, von denen sich zuvor rund 350 in Niederrad, Eschersheim, Rödelheim und Offenbach gesammelt hatten, um in einem Sternmarsch zum Römer zu ziehen. Eingedenk des Veranstaltungsmottos „Kriege beenden statt Kriege vorbereiten“ thematisierten die Redner die atomare Abrüstung, den Tornado-Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan und den Konflikt mit Iran. Ulrich Gottstein, Ehrenvorstand der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs, beklagte die „unvernünftige“ Rüstungspolitik der Vereinigten Staaten, die neue Nuklearwaffen entwickelten und damit drohten, diese auch einzusetzen.
Teilnehmerzahl an Ostermärschen steigt
Er forderte die „Beseitigung aller Atomwaffen“ und rief Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) dazu auf, sich für den Abzug amerikanischer Trägerraketen von deutschem Boden einzusetzen. Als „Tragödie“ bezeichnete Gottstein es, dass Deutschland durch die Entsendung der Tornado-Kampfflugzeuge nun als kriegsführende Partei in Afghanistan präsent sei. Die stellvertretende hessische Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Karola Stötzel, fühlte sich ob der globalen Stationierung deutscher Truppen an „Bekanntmachungen des Oberkommandos der Wehrmacht“ erinnert.
Thomas Schwoerer, Bundessprecher der „Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte Kriegsdienstgegnerinnen“, plädierte für Verhandlungen mit der Regierung Irans sowie mit allen afghanischen Kräften unter Einschluss auch des „harten Kerns“ der Taliban. Trotz der nach seinen Angaben leicht gestiegenen Teilnehmerzahlen der Ostermärsche in diesem Jahr beklagte van Ooyen, die Ablehnung etwa des Einsatzes der Tornados habe es angesichts „massiver politischer Mehrheiten“ schwer, sich durchzusetzen. Umso wichtiger sei es, wenn nun in Reihen der Berliner Regierungsfraktionen der Widerstand gegen Auslandseinsätze der Bundeswehr wachse. Die Ostermärsche blieben daher wichtig als Demonstrationen eines „aktiven Friedenspotentials“.