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Online-Petition gegen G8 „Wahl zwischen G8 und G9 auch für derzeitige Gymnasiasten“

Vom nächsten Jahr an können Gymnasien zwischen G8 und G9 wählen. Doch für die derzeitigen Jahrgänge 5 und 6 gäbe es keine Rückkehr zu G9. Mit einer Online-Petition protestiert eine Elterninitiative gegen diese Regelung.

Schulfrieden wollte die Landesregierung stiften, vom nächsten Jahr an sollten die Gymnasien die Wahl zwischen G8 und G9 haben. Doch eine Woche nachdem der Landtag die entsprechende Gesetzesänderung beschlossen hat, scheint der Streit erst zu beginnen - zumindest, was die derzeitigen Fünft- und Sechsklässler betrifft. Laut novelliertem Schulgesetz haben sie noch acht beziehungsweise sieben Jahre bis zum Abitur, selbst wenn sich ihre Schule für eine Rückkehr zur insgesamt neunjährigen Gymnasialzeit entscheidet. Viele Eltern wollen sich aber nicht damit abfinden, dass die Verlängerung nur für künftige Jahrgänge gelten soll. Bis gestern Abend zählte eine Online-Petition der Initiative www.g9-wahl.de rund 7000 Unterstützer.

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Der Aufruf ist keine offizielle Petition an den Landtag, sondern eine öffentliche Willensbekundung, eine Art digitale Unterschriftenliste. Den eigenen Angaben zufolge stammen die Unterzeichner aus ganz Hessen mit Schwerpunkten im Rhein-Main-Gebiet, im Lahn-Dill-Kreis und im Kreis Waldeck-Frankenberg. In Hunderten Kommentaren führen sie Argumente für die längere Gymnasialzeit und deren Ausdehnung auf die jetzigen Fünft- und Sechsklässler an.

Jetzige Fünft- und Sechstklässler sollen auch wählen dürfen

Andreas Bartels, der Sprecher der Elterninitiative, verweist auf die Regelung für Gymnasien, die an einem Schulversuch teilnehmen, in dem sie parallel G8 und G9 anbieten. Hierbei sieht das novellierte Schulgesetz vor, dass die Schüler erst nach der sechsten Klasse dem insgesamt acht- beziehungsweise neunjährigen Zweig zugeordnet werden. Nach Ansicht von Bartels sollten sich deshalb auch die jetzigen Fünft- und Sechstklässler in Gymnasien, die ganz zu G9 zurückkehren, noch für die längere Schulzeit entscheiden können.

Der Landeselternbeirat unterstützt die Petition. Es sei aus Elternsicht unverständlich, warum die G9-Option einem Teil der Kinder vorenthalten werde. Die Landesregierung müsse die Grundlage dafür schaffen, damit Schulen, die hierzu willens und organisatorisch in der Lage seien, auch die jetzigen Klassen 5 und 6 länger unterrichten könnten. Die Vorsitzende des Landeselternbeirats, Kerstin Geis, habe die Petition unterzeichnet.

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Zuvor hatte schon der Kreiselternbeirat von Waldeck-Frankenberg in einem offenen Brief an Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und Kultusministerin Nicola Beer (FDP) beklagt, das Land blockiere Bemühungen von Schulen, den jetzigen Fünft- und Sechstklässlern G9 anzubieten. Es müsse eine einvernehmliche Lösung gefunden werden, die allen Schülern gerecht werde.

In der dritten und abschließenden Lesung der Schulgesetznovelle hatte die Landtags-SPD einen Antrag eingebracht, der dem in der Petition geäußerten Elternwillen entspricht. Dieser war von der Regierungsmehrheit jedoch abgelehnt worden. Damit habe der Landtag eine Chance verpasst, dem Willen eines Großteils der hessischen Eltern zu entsprechen, sagte die bildungspolitische Sprecherin der SPD, Heike Habermann.

Quelle: F.A.Z.

 
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Veröffentlicht: 21.12.2012, 08:30 Uhr

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Von Manfred Köhler

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