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Neues Museum in Frankfurt : Ordensritter und Freiheitskämpfer

Heimatmuseum im alten Pfarrhaus: Rund 50 Quadratmeter hat die Kreuzgemeinde in dem Gebäude für die Geschichte Preungesheims zur Verfügung gestellt. Bild: Cornelia Sick

Im neuen Heimatmuseum können Besucher vieles über den Stadtteil Preungesheim erfahren. Zum Beispiel, dass der Ort offiziell älter ist als Frankfurt.

          Zur Eröffnung durfte der Segen des Pfarrers nicht fehlen: Schließlich liegt das neue Preungesheimer Heimatmuseum auf dem Gelände der Kreuzkirche. Im alten Pfarrhaus wird nun über die Geschichte eines Stadtteils informiert, der offiziell sogar älter ist als Frankfurt. Preungesheim, das heute rund 14.000 Bewohner zählt und 1910 eingemeindet wurde, taucht erstmals in einer Urkunde von 772 namentlich auf – also immerhin 22 Jahre vor der ersten Erwähnung Frankfurts.

          Bernd Günther

          Freier Autor in der Rhein-Main-Zeitung.

          Rund 50 Quadratmeter im Pfarrhaus hat die Kreuzgemeinde dem Heimatmuseum überlassen. Die kleine Fläche zwingt die Ausstellungsmacher, sich auf wesentliche Punkte der Stadtteilhistorie zu konzentrieren, was nicht schlecht sein muss. Kurator Stephan Döring wollte kein Sammelsurium historischer Gegenstände präsentieren. Vielmehr hat der Historiker und Kreuzkirchen-Restaurator die Schau in eine Handvoll klar abgegrenzter Themenblöcke gegliedert. Unterstützt wurde er dabei vom Preungesheimer Kultur- und Geschichtsverein und dem Museumsausschuss der Kreuzgemeinde.

          Entscheidung für Museum fiel 2011

          In den renovierten Räumen, die mit maßgefertigten Vitrinen und Schautafeln gestaltet wurden, können Besucher sich etwa über die Rolle des Deutschen Ordens in Preungesheim informieren. Der Orden, dem einst rund die Hälfte des Dorfs gehörte, hatte 1275 das Kirchenpatronat übernommen. Aus dieser Zeit stammen auch die Wandmalereien an der Ostwand der Kreuzkirche, die bis zur Renovierung 1997 von der Orgel verdeckt waren. Die Darstellungen zeigen einen Ritter und die Jungfrau Maria samt Jesuskind; sie flankieren ein gotisches Fenster, das zugemauert und später rekonstruiert wurde.

          Die Wiederentdeckungen hätten schon vor 20 Jahren den Wunsch geweckt, ein Heimatmuseum einzurichten, sagt Marie-Luise Raab vom Heimat- und Geschichtsverein. Doch erst vor vier Jahren hätten sich Kirche und Verein entschlossen, das Vorhaben zu verwirklichen.

          Museum für den ganzen Stadtteil

          Auch über die Beteiligung von Preungesheimern am amerikanischen Unabhängigkeitskrieg von 1775 bis 1783 informiert die Ausstellung. Außerdem gibt es Ausstellungsstücke und Schautafeln zu den Themen „Wandel vom Dorf zur Stadt“, „Konfession und Krieg“ sowie „Vom Kaiserreich zum Zweiten Weltkrieg“. In der Abteilung „Preungesheim im Mittelalter“ wird natürlich auch die frühe urkundliche Verzeichnung behandelt.

          Im Museum sollen auch Wechselausstellungen gezeigt werden können, wie Raab erläutert. Schließlich handele es sich weniger um ein Heimat- oder Kirchenmuseum als um ein Museum für den ganzen Stadtteil – auch wenn die Gemeinde der Träger sei und die laufenden Kosten übernehme. In die Einrichtung des „Museums an der Kreuzkirche“, wie der offizielle Name lautet, seien rund 85.000 Euro aus Rücklagen und Spenden investiert worden; allerdings gebe es noch eine Finanzierungslücke.

          Zum Anspruch, ein Stadtteilmuseum zu sein, passt die Beteiligung an einem anderen Projekt, das gerade in Preungesheim verfolgt wird: Quartiersmanagerin Angela Freiberg plant einen Geschichts-Parcours, der durch den Stadtteil führen und das neue Museum einbeziehen soll. Auf diese Weise dürften noch mehr interessierte Besucher den Weg in die Ausstellungsräume finden.

          Das Museum, Weinstraße 27, kann donnerstags von 16 bis 19 Uhr, sonntags von 11.30 bis 13 Uhr und am letzten Samstag im Monat von 16 bis 18 Uhr besucht werden. Besichtigungen können zudem unter der Telefonnummer 069-95416920 vereinbart werden.

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