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Neuer Auftritt der Commerzbank Gelbes Band statt grünes „Band der Sympathie“

28.10.2009 ·  Die Commerzbank gibt sich mehr als ein Jahr nach der Übernahme der Dresdner Bank ein neues Logo. Es setzt sich aus den bisherigen Marken beider Institute zusammen. Nach dem Motto: Gelbes Band statt grünes „Band der Sympathie“.

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Die Farbe Grün ist Geschichte, der Slogan „Die Beraterbank“ auch. Kunden der Dresdner Bank müssen von dem wohlbekannten grünen „Band der Sympathie“ Abschied nehmen. Mehr als ein Jahr nach der Übernahme der Dresdner Bank durch die Commerzbank verschwindet die 1872 gegründete Dresdner nun auch optisch. Bereits seit Mai gibt es die Dresdner Bank rechtlich nicht mehr, doch bislang wurden die Filialen unter dem grünen Logo weitergeführt.

Für den Dresdner-Bank-Kunden soll sich auch in Zukunft erstmal nicht viel ändern. Auf seiner Filiale prangt künftig statt des grünen das gelbe Logo und einige Geschäftsstellen werden nach und nach zusammengelegt. Die Botschaft lautet: Außer der Farbe ändert sich nix. Commerzbank-Chef Martin Blessing gibt sich betont angriffslustig: „Wir wollen der Marktführer für Privat- und Firmenkunden werden.“ Dass es nicht ganz so einfach wird, zeigen die Zahlen und der Unmut der Mitarbeiter. Auch das Aufgeben der Marke Dresdner Bank könnte ein Fehler sein.

Zwei Marken unter einem Dach zu kostspielig

„Die Dresdner Bank war vor allem für die gehobenen Privatkunden wichtig. Die Marke Commerzbank spielte da überhaupt keine Rolle“, kritisiert der Bankenexperte Hans-Peter Burghof von der Uni Hohenheim. Allerdings ist es kostspielig, zwei Marken unter einem Dach zu fahren - Einspareffekte gibt es nur dann, wenn ein Name verschwindet.

Mit dem Namen Dresdner soll wohl auch die Erinnerung daran verblassen, dass die Übernahme das zweitgrößte deutsche Geldinstitut vor gut einem Jahr gefährlich nahe an den Abgrund trieb. Im August 2008 verkündete die Commerzbank, dass sie von der Allianz die Dresdner Bank übernimmt. Der Deal für 9,8 Milliarden Euro war perfekt - doch nur zwei Wochen später ging die Bank Lehman pleite. Als bekannt wurde, dass die Dresdner einen Milliardenverlust ausweisen musste, wurde der Kaufpreis auf knapp 5 Milliarden Euro reduziert und die Commerzbank rief den Staat zu Hilfe.

„Bei aller Kritik - der Schritt war richtig“

Die Übernahme kostete die Commerzbank ihre Unabhängigkeit. Nur mit einer Kapitalspritze von 18,2 Milliarden Euro und zusätzlichen Garantien konnte die Bank überleben. Dafür beanspruchte der Bund im Januar ein Viertel der Aktien für sich. Was damals wie ein Donnerschlag durch die deutsche Bankenlandschaft hallte, verteidigen Experten: „Bei aller Kritik - der Schritt war richtig. Die Staatshilfe hat die Bank am Leben gehalten“, sagt Konrad Becker vom Bankhaus Merck Finck. „Ansonsten wäre das Eigenkapital empfindlich zusammengeschrumpft.“

Offenbar plant die Commerzbank, die nach wie vor Verluste macht, erst einmal auf Jahre mit dem Staat. Zwar hat sie die Garantien inzwischen - zum Teil sogar ungenutzt - zurückgegeben. Auf das Kapital verzichtet die Bank erst einmal nicht, denn das Geld ist günstig. Zwar kostet die staatliche Finanzspritze geschätzte 1,5 Milliarden Euro jährlich. „Diese werden aber nur fällig, wenn die Commerzbank einen Gewinn ausweist“, erklärt Becker. „Die Nachteile - dass die Bank keine Dividende zahlen darf und die Vorstandsgehälter gedeckelt sind - werden davon bei weitem aufgewogen.“

6500 Stellen in Deutschland gestrichen

Ob die Fusion wirklich ein Gewinn war, wird die Zukunft zeigen. „Erst wenn sich die Commerzbank als zweite große Privatbank positionieren, dann war es ein Erfolg“, sagt Burghof. Die Kosten für die Fusion beziffert der Vorstand mit zwei Milliarden Euro. Nach Meinung von Becker könnte es dabei bleiben: „Derzeit gibt es kein Indiz dafür, dass noch größere Beträge hinzukommen.“

Doch viele Mitarbeiter der neuen Bank hängen in der Luft. 9000 von mehr als 66.000 Stellen sollen gestrichen werden, in Deutschland müssen 6500 Leute gehen. Kündigungen sind zwar bis 2013 ausgeschlossen, doch viele müssen umziehen. „Es wurde hart um Planstellen gefeilscht“, verlautet aus dem Betriebsrat. In den Filialen überwiege die Unsicherheit.

Einige Dresdner Banker sind frustriert abgewandert. Vor allem Schlüsselpositionen wurden mit Commerzbankern besetzt. Nach der Fusion findet sich kein einziger Vorstand der Dresdner im Vorstand der „neuen Commerzbank“ wieder. „Da man draußen kaum etwas hört, scheint die Integration insgesamt aber gut zu laufen“, sagt der Kölner Bankenprofessor Thomas Hartmann-Wendels.

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