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Neubau der EZB : Einigung mit Elsaesser-Erben

Die Großmarkthalle im Licht der Luminale Bild: F.A.Z. - Wonge Bergmann

Der Rechtsstreit zwischen den Erben des Architekten Martin Elsaesser mit der Stadt und der Europäischen Zentralbank um die Großmarkthalle ist beigelegt. Die EZB erhält die Baugenehmigung für den Entwurf des Architektenbüros Coop Himmelb(l)au.

          Der Streit um die geplanten Eingriffe in die Bausubstanz der Frankfurter Großmarkthalle ist beigelegt. Nach Informationen der F.A.Z. haben sich die Erben des Architekten Martin Elsaesser mit der Stadt und mit der Europäischen Zentralbank (EZB) geeinigt. Demnach darf die EZB, die auf dem Areal ihren neuen Hauptsitz errichten wird, den umstrittenen Entwurf des Wiener Architektenbüros Coop Himmelb(l)au realisieren.

          Matthias Alexander

          Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Er sieht einen Riegel quer durch die denkmalgeschützte Halle vor. Im Gegenzug engagieren sich Stadt und Zentralbank finanziell bei der Pflege des Andenkens an Elsaesser. Insgesamt werden vor allem zu diesem Zweck 225.000 Euro fließen, wie zu hören ist. „Wir sind in Gesprächen“, hieß es von der EZB auf Anfrage. Dagegen bestätigte Konrad Elsässer, dass er mit einer Einigung noch vor der Sommerpause rechne.

          Vertragsunterzeichnung „reine Formsache“

          Zwei Erbinnen von Martin Elsaesser hatten im vorigen Jahr gegen das Neubauvorhaben der EZB geklagt. Sie machten geltend, dass der Entwurf von Coop Himmelb(l)au zu stark in die Bausubstanz eingreife. Die Erben haben sich auf das Urheberpersönlichkeitsrecht berufen, das unveräußerlich sei. Nach Ansicht der Erben ist eine schriftliche Vereinbarung, die Elsaesser bei seinem Ausscheiden aus städtischen Diensten unterzeichnet hat, nicht relevant. Darin hatte er der Stadt das Urheberrecht abgetreten. Das Landgericht Frankfurt hatte im August 2007 entschieden, den Fall dem Europäischen Gerichtshof in Luxemburg vorzulegen. Mit einem Spruch der Richter dort wäre in diesem Jahr wohl nicht mehr zu rechnen gewesen.

          Es bleibt bei dem Riegel: Der Entwurf des EZB-Neubaus von Coop Himmelb(l)au

          Die Einigung wird dem Vernehmen nach in zwei Verträgen niedergelegt, und zwar zwischen den Erben und der Stadt sowie zwischen den Erben und der EZB. Ursprünglich war geplant, die Angelegenheit in nur einem Vertrag zwischen Erben, Stadt und EZB zu regeln, was jedoch an der Komplexität der Materie gescheitert sein soll. Aus dem Römer ist zu hören, die Verträge seien noch nicht unterzeichnet. Es handele sich jedoch nur noch um eine Formsache.

          Gründung einer Martin-Elsaesser-Stiftung

          Die Stadt wird 100.000 Euro an die Erben überweisen, die vor allem für die Gründung einer Martin-Elsaesser-Stiftung verwendet werden sollen. Außerdem könnten von dieser Summe die Anwaltskosten bestritten werden, die der Familie durch den Rechtsstreit entstanden sind. Darüber hinaus gibt es eine interne Vereinbarung zwischen Notenbank und Stadt über die finanzielle Unterstützung einer Ausstellung zu Elsaesser und seinem Werk, die voraussichtlich im nächsten Jahr gezeigt werden soll.

          Darin ist festgehalten, dass die EZB sich mit 25.000 Euro engagiert, die Stadt mit 50.000 Euro. Unterdessen ist mit dem Abriss der sogenannten Annexbauten der Großmarkthalle begonnen worden. Die beiden dreigeschossigen Flügel waren nach Angaben der EZB nicht für eine neue Nutzung geeignet.

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