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Muslime Schiiten planen neue Moschee

 ·  Schiitische Muslime wollen in Frankfurt-Hausen eine Moschee errichten und haben dazu ein Grundstück erworben. In ein bis zwei Monaten soll der Bauantrag gestellt werden. Im Stadtteil regt sich Protest.

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Eine türkisch-pakistanische Gemeinde schiitischer Muslime möchte auf einem Gelände im Frankfurter Stadtteil Hausen eine Moschee und ein Wohnhaus errichten und hat dazu ein Grundstück an der Straße Am Industriehof erworben. Das teilte Ünal Kaymakci, Sprecher der Gemeinde, jetzt auf Nachfrage mit. Gespräche mit dem Stadtplanungsamt hat es schon gegeben. Allerdings sind noch eine Reihe von Fragen zu klären, wie Amtsleiter Dieter von Lüpke sagt. Kaymakci rechnet damit, dass die Gemeinde in ein bis zwei Monaten einen Bauantrag stellen kann.

Auch wenn der Bau, so von Lüpke, an dieser Stelle „grundsätzlich zulässig ist“, regt sich Protest in Hausen. Von „kritischen Stimmen“ spricht Christian Wernet (CDU), der Ortsvorsteher im zuständigen Ortsbeirat. Er rechnet sogar damit, dass sich eine Initiative gründen werde, die den Bau verhindern wolle. Seiner Meinung nach ist die geplante Moschee „sehr mächtig“. Sie liegt unweit der russisch-orthodoxen Kirche direkt an der Ludwig-Landmann-Straße und der Straße Am Industriehof.

Moschee mit zwei Minaretten geplant

Noch nutzt die Gemeinde in Griesheim eine Moschee. Nach Angaben von Kaymakci ist diese aber zu klein geworden. Bewusst habe man sich entschieden, ein neues Gebetshaus nicht in einem Gewerbegebiet zu errichten. „Wir wollen mitten in der Gesellschaft sein.“ Wer ein Haus wie dieses baue, zeige, dass er sich heimisch in der Gesellschaft fühle. Für den neuen Standort habe auch dessen Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr gesprochen.

Geplant ist eine Moschee mit zwei Minaretten. „Einen Muezzinruf soll es aber nicht geben“, so Kaymakci. Das jetzt auf dem Gelände stehende Wohnhaus soll abgerissen und an anderer Stelle durch ein neues ersetzt werden. Mit den Einnahmen aus der Miete, dem Verkauf von zwölf Wohnungen und der Ansiedlung von Kleingewerbe will die Gemeinde den Neubau finanzieren. Investieren will sie rund drei Millionen Euro. 300.000 Euro hätten die Mitglieder des türkischen Vereins der Hazrat Fatima Moschee und der pakistanischen Pak Haidry Association – aus diesen Organisationen setzt sich die Gemeinde zusammen – schon gespendet, so Kaymakci. Der Rest werde über Kredite finanziert.

Nach den Gesprächen mit dem Planungsamt sei die Höhe der Minarette auf 16 Meter festgelegt worden, sagte Kaymakci weiter. „Vielleicht lässt sich aber aus Kostengründen nur einer realisieren“, meint Darioush Sattari, Architekt des mit der Planung beauftragten Offenbacher Gesamtplanungsbüros. Gebaut werden solle eine „moderne“ Moschee. „Wir wollen viel Glas verwenden, was für unsere Transparenz sprechen soll“, so Kaymakci. Die Gebetsräume für Männer und Frauen in der Moschee sollen Sattari zufolge zusammen 400 Quadratmeter umfassen.

„Anlass für eine grundsätzliche Diskussion“

Der Ortsbeirat ist von Vereinsvertretern über den Bau informiert worden. Im September will er eine öffentliche Diskussion veranstalten. Auch der Frankfurter Magistrat und das Stadtparlament dürften sich mit dem Bauvorhaben beschäftigen. Davon geht einerseits von Lüpke aus, andererseits hat die Fraktion BFF angekündigt, das Moscheeprojekt „zum Anlass für eine grundsätzliche Diskussion“ nehmen zu wollen, und die Republikaner haben eine „Anfrage“ an den Magistrat gestellt. Integrationsdezernent Jean Claude Diallo (Die Grünen) sagt, Moscheen gehörten heute „zur Landschaft dazu“, er hält sich mit einer Bewertung des konkreten Projekts aber noch zurück. Erst wolle er mit dem Bau- und dem Planungsamt sprechen.

„Ich hoffe, dass die Hausener Bevölkerung uns als Gewinn sehen wird“, sagt Kaymakci, der bisher vor allem in seiner Funktion als stellvertretender Vorsitzender der Islamischen Religionsgemeinschaft Hessen an mehreren interkulturellen Veranstaltungen in Frankfurt teilgenommen hat. Seine türkisch-pakistanische Gemeinde hat ihm zufolge 250 eingetragene Mitglieder, an hohen Feiertagen kämen etwa 300 Menschen in die Moschee. Für Diskussionen über das neue Gebetshaus zeigte er sich offen, es hätten bereits etliche Gespräche stattgefunden. „Wir werden die Hand ausstrecken.“

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Jahrgang 1965, Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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