Mit venezianischen Gondeln und einem Tageslichtfeuerwerk in den Farben Rot, Weiß und Grün wird heute um 18 Uhr das Museumsuferfest eröffnet. Der Auftakt ist eine Hommage an „Bella Italia“, denn das Land von Brunello, Bruschetta und Berlusconi hat in diesem Jahr die Patenschaft für das Fest inne. Die Veranstalter sind damit von der Tradition abgewichen, mit dem Museumsuferfest dem Gastland der Buchmesse die Ehre zu erweisen. Doch Island wollte sich auf nur einen Auftritt in Frankfurt in diesem Jahr beschränken.
Italien als Ersatz aber bot sich an, denn das diesjährige Gastland der Kulturtage der Europäischen Zentralbank, die im November stattfinden, feiert gerade seinen 150. Geburtstag und ist ohnehin mit diversen Institutionen, Gastronomen und auch Künstlern in Frankfurt vertreten. Und so präsentieren sich nun rund um die Italien-Bühne auf einer „Piazza“ Produzenten regionaler Leckereien und handwerklicher Erzeugnisse. Es gibt aber auch Mode, Motorroller und Automobile in italienischem Design zu sehen.
Der Kauf des Museumsuferfest-Buttons lohnt sich auf jeden Fall
Die Museen widmen dem Gastland dagegen kaum besondere Aufmerksamkeit. Dass die Schirn mit ihrer Francesco-Clemente-Schau so gut ins Programm passt, ist eher Zufall. Allein das Museum für Kommunikation bietet Kurzführungen in italienischer Sprache zur Entwicklung der Kommunikation sowie einen Eis-Workshop für den Nachwuchs. Für Kinder haben auch die meisten anderen Museen besondere Angebote im Programm. Ansonsten haben sie aber wohl das Motto Italien als Aufforderung zum „dolce far niente“ verstanden und nur wenig im Programm, was über das gewöhnliche Wochenendangebot hinausgeht – bis auf die Öffnungszeiten, die von den meisten Häusern bis 20 Uhr, bei einigen aber auch bis 22 Uhr ausgedehnt wurden.
Der Kauf des Museumsuferfest-Buttons, mit dem man für vier Euro von heute, 18 Uhr, bis Sonntagabend freien Eintritt in allen teilnehmenden Häuser hat, lohnt sich aber auf jeden Fall. Sei es, um die Jubiläumsschau des MMK dort selbst und im ehemalige Degussa-Gebäude zu besuchen oder um einen Blick ins wiedereröffnete Filmmuseum zu werfen. Allerdings dürfte der Andrang dort recht groß werden. Etwas ruhiger geht es meist im Archäologischen Museum, im Ikonenmuseum, im Jüdischen Museum und im Museum Giersch zu. Vor allem gegen Abend aber locken dann die Bühnen, die von Jazz über Folklore, Schlager, Salsa und House für fast jeden Geschmack etwas bieten, zum Fest an der Frankfurter Riviera.

