Schlingerkurs in Sachen Forsythe: Nun zeichnet sich doch noch eine Beteiligung der Stadt Frankfurt an einer neuen Tanzkompanie des weltweit gefeierten Choreographen ab. Die CDU und die Grünen im Römer haben am Donnerstag ihre Bereitschaft bekundet, einer von Frankfurt, Dresden, Sachsen und Hessen getragenen Ballett-Truppe zuzustimmen. Damit wäre eine Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung vorhanden, um das Projekt zu beschließen. Die SPD ist, wie zu erfahren war, nach wie vor dagegen, während die FDP offenbar ebenfalls umdenkt. Noch am Dienstag hatten Spitzenvertreter aller Fraktionen des Viererbündnisses und einige Magistratsmitglieder eine Teilnahme der Stadt an der künftigen Forsythe-Company abgelehnt. Gestern jedoch wurden Äußerungen führender Grünen- und CDU-Politiker so interpretiert, daß man sich nur gegen eine Ausweitung des Haushalts zur Finanzierung der Ballett-GmbH ausgesprochen habe.
Der Magistrat wurde von der CDU aufgefordert, eine Finanzierung aus dem Haushalt heraus sicherzustellen, die auch den Auflagen der Kommunalaufsicht Rechnung trage. Die Stadt solle mit dem Land über die Finanzierung verhandeln. Alexandra Prinzessin von Hannover, kulturpolitische Sprecherin der CDU, führte aus: "Wir haben die Entscheidung, die Ballett-Sparte zu schließen, nicht getroffen, um uns von Herrn Forsythe zu trennen, sondern weil uns schlicht das Geld fehlt." Nun gebe es die Möglichkeit, mit einem Zehntel des ursprünglichen Ballett-Etats Tanztheater von Weltruf zu ermöglichen. Das Land Hessen biete 1,3 Millionen Euro zur Unterstützung an. Wer diese Chance verstreichen lasse, gehe grob fahrlässig mit dem kulturellen Ruf Frankfurts und der Region um. Da in diesem Jahr der Magistrat nicht mehr zusammentritt, will die Stadt in Gesprächen mit der Landesregierung eine Verlängerung der Frist erreichen, in der die Zusage des Landes, Mittel bereitzustellen, gilt. zer.

