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Medizin Neues Zentrum für Stammzell-Transplantationen

10.09.2004 ·  Das Zentrum für Kinderheilkunde des Universitätsklinikums ist mit dem neuen Stammzell-Transplantationszentrum zur Behandlung krebskranker Kinder jetzt komplett. Die ersten Patienten sollen allerdings erst im November aufgenommen werden, wenn auch die medizinische Einrichtung vollständig ist.

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Das Zentrum für Kinderheilkunde des Universitätsklinikums ist mit dem neuen Stammzell-Transplantationszentrum zur Behandlung krebskranker Kinder jetzt komplett. Die ersten Patienten sollen allerdings erst im November aufgenommen werden, wenn auch die medizinische Einrichtung vollständig ist. Der mit dem Zentrum für Kinderheilkunde über einen gläsernen Gang verbundene Rundbau mit einer Nutzfläche von knapp 1290 Quadratmetern umfaßt neben der Transplantationsstation eine Ambulanz und eine Tagesklinik sowie Labore.

Konnten bisher jährlich 20 Stammzell-Übertragungen vorgenommen werden, wird das Universitätsklinikum nach Auskunft seines ärztlichen Direktors Roland Kaufmann künftig in der Lage sein, den gesamten Bedarf des Rhein-Main-Gebiets von 40 Transplantationen im Jahr für leukämiekranke Mädchen und Jungen zu decken. Finanziert wurde das gut neun Millionen Euro teure Projekt etwa zur Hälfte aus Bundesmitteln; der Verein "Hilfe für krebskranke Kinder" brachte rund 4,7 Millionen Euro Spendengelder auf. Allein zwei Millionen Euro spendete die Unternehmerin Johanna Quandt, die langjähriges Beiratsmitglied des Vereins ist. Die Transplantationsstation in der ersten Etage ist deshalb nach ihr benannt worden.

Hessens Wissenschaftsminister Udo Corts (CDU) sagte, die Zusammenarbeit von privaten Initiativen und öffentlicher Hand werde immer wichtiger. In der Forschung sowie bei der Behandlung von krebskranken Kindern nehme die Frankfurter Universitätsklinik in Deutschland eine Spitzenposition ein. Corts hob die enge Verzahnung von Therapie und wissenschaftlicher Arbeit hervor, die gegenseitig voneinander profitierten. In dem neuen Gebäude sei es gelungen, eine fast wohnliche Atmosphäre mit medizinischen Notwendigkeiten zu verbinden, äußerte der Minister und lobte die kinderfreundliche Gestaltung durch die Frankfurter Architekten-Gruppe Wörner+Partner. So ist die Fassade in Grün gehalten, das Innere in Rottönen.

Nach den Worten der Vorstandsvorsitzenden des Vereins "Hilfe für krebskranke Kinder", Helga von Haselberg, kann eine Stammzelltherapie die Überlebenschancen der jungen Patienten deutlich verbessern. Statt wie bisher zwei stünden am Uniklinikum nun sechs Betten für solche Eingriffe zur Verfügung. Eine Verlegung in andere Zentren Deutschlands könne nun vermieden werden. Haselberg wies auf die zahlreichen Einzelspenden hin und hob als Beispiel das Engagement der Frankfurter Choreographin Malaika Kusumi hervor. Die selbst betroffene Mutter spendete den Erlös ihrer Ballett-Tournee "Outreach" in Höhe von 25000 Euro für den Bau des Zentrums.

Die Erfolge bei der Behandlung krebskranker Kinder haben nach Angaben von Thomas Klingebiel, Direktor der Klinik für KinderheilkundeIII und Leiter des Stammzelltransplantationszentrums, stetig zugenommen. So liege die Heilungsrate für Kinder mit einer Leukämie heute bei 70 Prozent. Klingebiel sagte, trotz aller Klagen über das deutsche Gesundheitswesen könne jedem krebskranken Kind bei Bedarf eine rund 100000 Euro teure Stammzelltransplantation ermöglicht werden.

Mit dieser Methode werden vor allem Kinder behandelt, die unter Leukämien (Krebserkrankungen des Blutes) oder Lymphomen (Krebserkrankungen des lymphatischen Systems) leiden und bei denen eine Chemotherapie versagt. In einem ersten Schritt werden durch eine hochdosierte Chemo- und Strahlentherapie entartete Blutstammzellen zerstört, in einem weiteren werden sie durch gesunde Stammzellen ersetzt. (rig.)

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