17.03.2005 · Obwohl die Gesamtzahl der registrierten Straftaten in Frankfurt zum dritten Mal in Folge zugenommen hat, trotz vermehrter Wohnungseinbrüche und einer gestiegenen Zahl von Körperverletzungen hat die Polizei ein positives Fazit ihrer Arbeit gezogen.
Obwohl die Gesamtzahl der registrierten Straftaten in Frankfurt zum dritten Mal in Folge zugenommen hat, trotz vermehrter Wohnungseinbrüche und einer gestiegenen Zahl von Körperverletzungen hat die Polizei ein positives Fazit ihrer Arbeit gezogen. "Die Sicherheit hat sich weiter erhöht", sagte der stellvertretende Frankfurter Polizeipräsident Eckhard Sauer am Donnerstag bei der Präsentation der Kriminalstatistik für das Jahr 2004. Seinen Optimismus gewinnt er vor allem aus der Tatsache, daß die Aufklärungsquote mit 53,9 Prozent höher als je zuvor lag. Zudem hätten die Statistiker erfreulicherweise nicht nur weniger Diebstähle, sondern auch eine geringere Zahl von Raubstraftaten gemeldet.
Mit 118120 erfaßten Straftaten (2003: 111875) lag die Kriminalität in Frankfurt nach einem zwischenzeitlichen Rückgang wieder auf dem Niveau von Ende der neunziger Jahre; das entspricht 324 Straftaten an jedem Tag. Im Jahr 2001 wurde mit rund 97000 Straftaten ein Tiefstand erreicht, die Aufklärungsquote lag damals bei 49,2 Prozent. Ein Schwerpunkt der polizeilichen Arbeit gelte weiterhin der Fahndung nach Wohnungseinbrechern, sagte Sauer. Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der versuchten und gelungenen Einbrüche nochmals um 615 auf 2939 (plus 26,5 Prozent), sie liegt damit aber immer noch deutlich unter dem Niveau von Mitte der neunziger Jahre, als fast 5000 Fälle registriert wurden.
Fast zwei Drittel der nach Wohnungseinbrüchen ermittelten Tatverdächtigen sind Ausländer. Einbrecherbanden aus Osteuropa und Chile reisten für mehrere Wochen oder Monate gezielt in Frankfurt ein und machten dann ganze Stadtviertel unsicher, berichtete Sauer. Anders als früher konzentrierten sich die Einbrüche auch nicht mehr auf die "dunkle Jahreszeit", die Täter verwischten ihre Spuren immer perfekter. Südamerikanische Täter packten ihre Beute oft umgehend in Postpakete und schickten diese in ihre Heimat.
Die Gewaltkriminalität - Mord, Totschlag, Vergewaltigung, Raub, schwere Körperverletzung und Geiselnahme - ist mit 3705 Fällen im vergangenen Jahr fast konstant geblieben. Auch der Anteil dieser Delikte an der Gesamtzahl der Straftaten liegt nach Auskunft von Polizeisprecher Jürgen Linker seit Jahren unverändert bei rund drei Prozent. Von den elf Mordfällen des vergangenen Jahres konnte die Polizei zehn aufklären. Die Zahl der Raubstraftaten insgesamt ging, nach einem Anstieg im Jahr 2003, im vergangenen Jahr um 124 auf 1333 zurück (minus 8,5 Prozent). Durchschnittlich zweimal am Tag (795 Fälle) wird in Frankfurt jemand auf offener Straße überfallen.
Die deutliche Steigerung der Straftaten im Drogenmilieu (plus 64,9 Prozent) auf 6927 Fälle ist nach Darstellung des Polizeivizepräsidenten vor allem auf die verstärkten Kontrollen der Sicherheitskräfte zurückzuführen. Diesen sei es auch zu verdanken, daß die Zahl der Crack-Dealer im Bahnhofsgebiet spürbar gesunken sei. Dennoch bleibe Crack unter den harten Rauschgiften die Hauptdroge. (ler.)