13.01.2009 · Alles in allem, so Polizeipräsident Achim Thiel, sei Frankfurt eine sichere Stadt. Viele Delikte würden von den Reisenden am Hauptbahnhof und Flughafen „importiert“ und tangierten die Sicherheit der Bürger nicht direkt. Den größten Anteil an der gesamten Fallzahl hat nach wie vor die Diebstahlskriminalität.
Von Katharina IskandarDie Frankfurter Polizei hat im vergangenen Jahr 59,6 Prozent der Kriminalfälle geklärt. Das ist die bisher höchste Quote, wie Polizeipräsident Achim Thiel bei der Vorstellung der Statistik für 2008 sagte. Insgesamt wurden 105.288 Straftaten erfasst, gut 1,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Die deutlichsten Rückgänge verzeichneten die Beamten bei den Delikten Wohnungseinbruch, häusliche Gewalt und schwerer Autodiebstahl. Die Zahl der Gewalttaten ist bei einem Anteil von 2,94 Prozent nahezu gleich geblieben. Registriert wurden 46 Morde und Totschläge sowie 925 Raubstraftaten und 2.050 gefährliche und schwere Körperverletzungen.
Alles in allem, so Thiel, sei Frankfurt eine sichere Stadt. Viele Delikte würden von den Reisenden am Hauptbahnhof und Flughafen „importiert“ und tangierten die Sicherheit der Bürger nicht direkt.
Politisch motivierte Kriminalität
Den größten Anteil an der gesamten Fallzahl hat nach wie vor die Diebstahlskriminalität. So verzeichnete die Polizei einen Anstieg bei schweren Diebstählen; diese Entwicklung ist laut Thiel damit zu erklären, dass 2008 viele Fahrräder entwendet wurden. Ermittlungserfolge verbuchten die Beamten hingegen beim schweren Diebstahl aus Fahrzeugen, der abermals zurückgegangen ist. Thiel schreibt dies der „Arbeitsgruppe Marder“ zu, die organisierte Tätergruppen ermittelt und somit Aufbruchserien aufgeklärt habe.
Zufrieden ist der Polizeipräsident auch mit der „Arbeitsgruppe Domus“, die für die Aufklärung von Wohnungseinbrüchen zuständig ist. Deren Zahl ist um 10,4 Prozent auf 1.340 Fälle zurückgegangen – 1997 waren es noch 4.955. Bei den Betrugsdelikten fällt laut Thiel vor allem die Zahl der Schwarzfahrer auf: Sie hat sich innerhalb von zwei Jahren fast verdoppelt, auf nunmehr 13.549 Fälle. Sorge bereitet Thiel eigenen Worten zufolge die politisch motivierte Kriminalität. Zwar seien der rechtsextremen Szene in Frankfurt mit rund 120 Straftaten weniger Delikte zuzuordnen als den Neonazis in Mittel- und Nordhessen. Dennoch sei die Entwicklung bedenklich. Das gelte auch für das linksradikale Spektrum: Allein im vergangenen Jahr seien gut ein Dutzend Versammlungen unfriedlich verlaufen. 620 Straftaten wurden registriert.
„Haus des Jugendrechts“
Mit Blick auf die Drogendelikte, die im vergangenen Jahr um 5,7 Prozent auf 5.714 Fälle zurückgegangen sind, sagte Thiel, dass die Polizei den Kontrolldruck aufrechterhalten werde. Zudem sei er sich mit der Stadt einig, dass die individuellen Hilfsangebote für Abhängige erhalten werden müssten. Auf eine Kooperation mit der Stadt setzt Thiel auch bei der Bekämpfung von Jugendkriminalität. Das in Höchst geplante „Haus des Jugendrechts“ sei ein vielversprechender Ansatz, um kriminelle Karrieren früh zu beenden. Der Anteil von Kindern, Jugendlichen und Heranwachsenden an den Tätern lag in der Gesamtstatistik bei 18 Prozent.