05.07.2007 · Bildung, Kultur und ein Konzept für das Jahr 2030: In ihrer Grundsatzrede hat Oberbürgermeisterin Roth die Schwerpunkte ihrer Amtszeit bis 2013 skizziert. Ihr schwebt unter anderem vor, „Bildungsnomaden“ in der Stadt anzusiedeln.
Von Tobias RösmannBildung, Kultur und ein Zukunftskonzept für das Jahr 2030: In ihrer Rede mit dem Titel „Frankfurt – die Stadt in der Herausforderung“ hat Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) am Donnerstag im Römer die Schwerpunkte ihrer Amtszeit bis 2013 skizziert. Teile der Rede stellte sie Stunden vor der Stadtverordnetenversammlung in einem Pressegespräch vor, weil die Opposition angekündigt hatte, während der Ansprache aus Protest gegen den „Abend des offenen Römer“ das Plenum zu verlassen. Roth bezeichnete dieses Verhalten als problematisch: Paragraf 59 der Hessischen Gemeindeordnung verpflichte zur Teilnahme. Es gelte, aus Pflichtbewusstsein Gefühle hintan zu stellen. Sie habe zudem „nie die Absicht gehabt, das Parlament zu missachten“.
Roth sagte, Frankfurt müsse sich auf die Herausforderungen der Globalisierung vorbereiten. Die Stadt habe dafür „ausgezeichnete Grundlagen“ und liege in Rankings stets auf einem der ersten zehn Plätze. So habe die Integrationspolitik „vielerorts Vorbildcharakter“. Frankfurt verfüge über gute internationale Kontakte und eine „weit überdurchschnittliche Wirtschaftskraft“. Die Stadt solle sich aber so entwickeln können, „dass sie 2030 auch noch eine Metropole ist“. Deren Rolle werde immer wichtiger. Der ehemalige UN-Generalsekretär Kofi Annan habe zu Recht von einem „Jahrtausend der Städte“ gesprochen.
Zehn Millionen Euro für die Universität
Im September sollen laut Roth die Arbeiten für einen Erweiterungsbau des Städel ausgeschrieben werden. Nicht mehr aktuell sei der Vorschlag eines Aufbaus, über den bisher diskutiert worden war. Sie persönlich wolle, dass „das historische, denkmalgeschützte Erscheinungsbild erhalten“ bleibe, so Roth. Einen Erweiterungbau für das Museum der Weltkulturen am Museumsufer halte sie dagegen für „in der Koalition nicht durchsetzbar“. Es böten sich zwei Ausweichstandorte an: das Degussa-Areal und ein Grundstück an der Ecke Kurt-Schumacher-Straße/Untermainkai.
Weiter kündigte Roth an, dass die Messe nach der Umwandlung der Goethe-Universität in eine Stiftungshochschule zehn Jahre lang eine Professur für internationale Wirtschaftspolitik finanzieren werde. Außerdem werde geprüft, ob die Stadt etwa zehn Millionen Euro in das Stiftungskapital einbringen werde. Das Land hatte angekündigt, für jeden eingeworbenen Euro selbst einen Euro zu zahlen – bis zu einer Obergrenze von 50 Millionen Euro.
„Bildungsnomaden“ ansiedeln
Für das Turnfest 2009 sagte die Oberbürgermeisterin eine Neuauflage der Mainarena zu, allerdings unter anderem Namen. Auf einer Bühne im Main sollten die etwa 75.000 Teilnehmer und rund 50.000 zusätzliche Gäste mit einem Kulturprogramm unterhalten werden. Für die Organisation des Turnfests werde ein zweistelliger Millionenbetrag aufgewendet.
Besonders hob Roth die Pläne für eine „internationale Bürgerstadt“ hervor. Dazu werde es ein Zukunftskonzept des Büros Albert Speer geben. Speer werde in den nächsten zweieinhalb Jahren unter anderem mit der ETH Zürich und Kulturinstitutionen in Asien sprechen und eine Vielzahl von Studien auswerten, damit sich die Stadt bis 2030 mithilfe der Ergebnisse noch stärker als Bildungsmetropole etablieren könne. Die Konzeptkosten von 750.000 Euro würden komplett privat finanziert. Roth sprach davon, „Bildungsnomaden“ aus der ganzen Welt als „urbanen Stamm“ in Frankfurt anzusiedeln. Das Wissen dieser Menschen müsse in die Stadt fließen.
Skandalöse Kulturpolitik im Römer
Sylvia Gerlich-Raabe (Gerlich-Raabe)
- 10.07.2007, 12:52 Uhr
Zum Kommentar: Skandalöse Kulturp. im Römer
Sylvia Gerlich-Raabe (Gerlich-Raabe)
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