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Zu den Tarifen im RMV-Gebiet : Weg mit den Preissprüngen!

Einheitlicher: Der RMV ebnet Preissprünge an Tarifgrenzen ein Bild: dpa

Der RMV ebnet Preissprünge an Tarifgrenzen ein. Das ist ein finanziell unbedeutender Schritt für den Verkehrsverbund, doch ein wichtiger für die gute Nachbarschaft zwischen Frankfurt und seinen Umlandgemeinden.

          Wenn das kein mittelgroßes Wunder ist. Nach zwei Jahrzehnten Beschwerden und immer neuen Besserungsgelöbnissen ebnet nun der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) die Preissprünge an einigen Tarifgrenzen endlich ein. Das ist ein finanziell unbedeutender Schritt für den Verkehrsverbund, doch ein wichtiger für die gute Nachbarschaft zwischen Frankfurt und seinen Umlandgemeinden. Und er stellt ein Modell auch für andere Fälle von Preissprüngen an den Grenzen des Wabensystems dar, nach dem das RMV-Preissystem gestaltet ist.

          Die Mondpreise für kurze Strecken verärgern viele Kunden. Wer für die vier Kilometer von Frankfurt-Oberrad nach Offenbach 4,90 Euro zahlt, fühlt sich zu Recht veräppelt. Nun hat sich der Verbund dazu durchgerungen, diese Ungerechtigkeit in seiner Preisgestaltung zu korrigieren. Vielleicht wäre es noch besser gewesen, wenn der RMV sich zu günstigeren Tickets für alle Fahrten aus den Nachbargemeinden nach Frankfurt entschlossen hätte. Doch auch so ist die Entscheidung des Aufsichtsrats hoch zu loben.

          Deckelung bei 1,5 Prozent

          Dessen Vorsitzender, der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD), kann zufrieden sein. Sein Drängen auf ein Nachbarschaftsticket hat die Sache in Bewegung gebracht. Auch sein Versuch, die ewige Preisspirale nach oben zum Stillstand zu bringen, zeitigt einen gewissen Erfolg: Die Einzeltickets und Tageskarten werden nächstes Jahr in Frankfurt, Wiesbaden und Mainz nicht teurer. Zufrieden sein dürfen die Kunden mit der Deckelung der jährlichen Fahrpreiserhöhung auf 1,5 Prozent. Die Inflationsrate liegt derzeit höher.

          Weiterhin ungelöst ist aber der Konflikt zwischen der Frankfurter Kommunalpolitik und dem RMV über ein neues Tarifsystem. In diesem soll sich der Fahrpreis stärker als bisher nach der Länge der zurückgelegten Fahrstrecke richten. Das aber würde für die Frankfurter Kunden bedeuten, dass für eine Fahrt im Stadtgebiet der Mainmetropole kein Einheitspreis mehr zu entrichten wäre. Vielmehr würden lange Strecken teurer und kurze billiger.

          Verteuerungen aber wollen die Frankfurter Politiker ihren Wählern auf keinen Fall zumuten. Noch ist hier kein Kompromiss gefunden worden, vielmehr wurde eine Lösung auf die lange Bank geschoben. Doch auf ewig können der RMV und die Stadt Frankfurt das Problem nicht vertagen.

          Hans Riebsamen

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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