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Kleinkind-Betreuung Diakonie will mehr Krabbelstuben

08.07.2008 ·  Knapp zwölf Millionen Euro stehen dem Diakonischen Werk Frankfurt in diesem Jahr zur Verfügung. Investiert wird in die Arbeit mit Kranken und Obdachlosen, aber auch in die Kleinkind-Betreuung.

Von Stefan Toepfer
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Das Diakonische Werk für Frankfurt möchte sein Angebot an Krabbelstuben ausbauen. Das kündigte der Leiter der Diakonie, Michael Frase, an. Angesichts des Ziels der Stadt, für bis zu 50 Prozent der Kleinkinder einen Platz vorzuhalten, müsse sich die evangelische Kirche einem solchen Engagement „unbedingt öffnen“, sagte er auf Anfrage.

Derzeit unterhält die Diakonie acht Krabbelstuben, zwei weitere sind in Planung. Ein weiterer „sinnvoller Ausbau“ sei nötig, so Frase. Er sieht darin einen „diakonischen Auftrag“ für die Kirche: Würden besonders alleinerziehende Mütter Plätze für ihre Kinder haben, könnten sie wieder arbeiten gehen und einem „Verarmungsrisiko“ vorbeugen. Ein ausreichendes Angebot sei aber für alle Familien wichtig, außerdem bekomme die Kirche einen neuen Zugang zu Eltern. Frase rechnet mit einer starken Nachfrage nach weiteren Plätzen, weil die Stadt das Elternentgelt erheblich senken werde.

Mittel für Suchtkrankenberatung

Das Diakonische Werk ist ein „Fachbereich“ des Evangelischen Regionalverbands, des Dachverbands der evangelischen Gemeinden und Dekanate. In diakonischen Einrichtungen gibt es rund 250 Stellen, hinzu kommen Stellen in vier Tochtergesellschaften und -vereinen: In der stationären Pflege sind es 80 Stellen, in der ambulanten Pflege 90 und im Verein für Wohnraumhilfe 40. Außerdem gibt es einen kleinen Verein, der etwa über Betreuungs- und Patientenverfügungen informiert. Nicht verzichten kann die Diakonie auf die Mitarbeit von Ehrenamtlichen. 274 sind es insgesamt, viele sind in der Telefonseelsorge (52) und der Bahnhofsmission (42) tätig, eher wenige (fünf) im Diakoniezentrum „Weser 5“.

Ohne die Tochtergesellschaften und -vereine hat der Diakonie-Etat in diesem Jahr einen Umfang von 11,7 Millionen Euro. Refinanziert werden die Ausgaben zum größten Teil durch Einnahmen aus Kranken- und Pflegekassen, dem Landeswohlfahrtsverband oder durch die öffentliche Hand. Demgegenüber ist der Kirchensteueranteil mit 1,4 Millionen Euro gering. Zum größten Teil kommt jenes Geld den Einrichtungen für ihre Arbeit mit den Klienten zugute, zum Beispiel 153.618 Euro für Suchtkrankenberatung. Rund 417.000 Euro stellt die Kirche für die „Allgemeine soziale und diakonische Arbeit“ zur Verfügung, Stellen in der Diakonieleitung, die allen Einrichtungen zugutekommen.

Frase: „Ein-Euro-Jobber“ noch besser qualifizieren

Krabbelstuben unterhält die Diakonie erst seit wenigen Jahren. Stärker vertreten ist sie – wie die katholische Kirche – traditionell bei den Kindergärten für die Drei- bis Sechsjährigen, die vorwiegend in der Trägerschaft der einzelnen Gemeinden sind. 80 evangelische Kitas gibt es; für sie unterhält die Diakonie eine Fachberatung. Außerdem möchte die Diakonie, dass die Erzieherinnen nach und nach bei ihr und nicht mehr bei den Kirchengemeinden angestellt werden. „Das entlastet die Kirchenvorstände“, so Frase. Gemeinsam mit seinen Vereinen und Gesellschaften gehört das Diakonische Werk zu den großen Wohlfahrtsverbänden in der Stadt. Außer dem „Arbeitsbereich Kindertagesstätten“ gibt es im Diakonischen Werk fünf weitere Sektoren. Zu ihnen zählen die „klassischen“ Einrichtungen wie die Bahnhofsmission, das „Zentrum für Frauen“ oder das Zentrum „Weser 5“ für Wohnsitzlose genauso wie die Unterstützung von Behinderten und schwerkranken Kindern sowie Arbeits- und Qualifizierungsangebote für Arbeitslosengeld-II-Empfänger.

Die Diakonie bietet unter anderem 200 „Ein-Euro-Job“-Plätze und gemeinsam mit dem Caritasverband Fortbildungen in einer Schreinerwerkstatt und dem „Familien-Markt“, einem Secondhand-Kaufhaus in Bornheim. Wie Frase sagt, will die Diakonie gemeinsam mit der Rhein-Main-Jobcenter GmbH „Ein-Euro-Jobber“ noch besser qualifizieren als bisher. Die GmbH ist zuständig für die Betreuung der Arbeitslosengeld-II-Empfänger. Zum Zentrum „Weser 5“ gehört unter anderem ein Übergangswohnhaus für alleinstehende wohnungslose Männer. In 37 Einzelzimmern und zwei Ein-Personen-Apartments können 39 Männer leben. In der früheren Weißfrauenkirche werden Diakonie-Gottesdienste gehalten und Veranstaltungen und Seminare angeboten.

Diakonie-Stiftung Frankfurt am Main

Während die Arbeit mit Obdachlosen schon lange zur Kerntätigkeit der Diakonie zählt, ist der Arbeitsbereich „Seelsorge“ mit den kirchlichen Diensten am Flughafen, der Notfall- und Telefonseelsorge, der Seelsorge am evangelischen Palliativhospital und dem „Zentrum für Ethik in der Medizin“ am Markus-Krankenhaus neu hinzugekommen. Geht es nach Plan, wird das Diakonische Werk von Ende nächsten Jahres an eine weitere Einrichtung betreiben: das zweite Frankfurter Hospiz. Unterkommen soll es im derzeitigen Evangelischen Hospital für Palliativmedizin.

Auf den Weg gebracht worden ist auch die Diakonie-Stiftung Frankfurt am Main, mit der die Arbeit des Hilfswerks gefördert werden soll. Im August trifft sich der Vorstand, dem Frase angehört, zu seiner konstituierenden Sitzung. Das Stiftungskapital beträgt 1,5 Millionen Euro.

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