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Kirche Wie das Bistum Limburg sparen will

02.03.2004 ·  Obwohl er bei der Bilanz für das vergangene Jahr im Haushalt des Bistums Limburg nicht mit einem Verlust rechnet, sondern auf "eine schwarze Null" hofft, sieht der Finanzdirektor der Diözese, Georg Freiherr von Boeselager, zum eingeschlagenen Sparkurs keine Alternative.

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Obwohl er bei der Bilanz für das vergangene Jahr im Haushalt des Bistums Limburg nicht mit einem Verlust rechnet, sondern auf "eine schwarze Null" hofft, sieht der Finanzdirektor der Diözese, Georg Freiherr von Boeselager, zum eingeschlagenen Sparkurs keine Alternative. Das Bistum will bis zum Jahr 2008 rund 18 Millionen Euro einsparen. Das sind etwa zehn Prozent seines Etats. Auf Einladung der Diözesangruppe Rhein-Main des Bundes Katholischer Unternehmer sagte Boeselager am Montag abend in Frankfurt: "An den bisherigen Strukturen festzuhalten ist keine Lösung." Daß das Jahr 2003 vermutlich ohne Verluste verbucht werden kann, führte er auf unerwartete und deutlich höhere Einnahmen bei der Kirchensteuer zurück.

Der Finanzchef des Bistums ließ keinen Zweifel daran, daß "wir viel zu viele Kindertagesstätten unterhalten und auch die Zahl der Kirchengemeinden drastisch reduziert werden muß". Wie viele der 280 Kindergärten geschlossen und wie viele der 368 Gemeinden erhalten werden sollen, konnte er noch nicht sagen.

Mit der Verringerung der Zahl der Pfarreien ist vor allem eine Entlastung beim Gebäudemanagement verbunden. Insgesamt gibt es in den Gemeinden 7000 Liegenschaften, wie eine Untersuchung des Bistums jüngst ergeben hat. Zuerst sei daran gedacht, "Pfarrhäuser zu verkaufen oder zu vermieten, um Kosten zu senken oder Erträge zu erhöhen", sagte Boeselager.

Zur Begründung der geplanten Schließung von Kindertagesstätten verwies Boeselager vor allem auf die demographische Entwicklung, derzufolge es immer weniger Kinder gebe, und auf den Wunsch der Kirche, in weniger Einrichtungen ein stärkeres Profil zu zeigen. Der Finanzdirektor hob hervor, daß die Leistung der Kirche, Kindertagesstätten zu unterhalten, freiwillig sei. Bis 2008 sollen in diesem Sektor 500000 Euro eingespart werden.

In diesem Zeitraum wird von den Kirchengemeinden ein Sparbeitrag von mehr als 3,3 Millionen Euro erwartet. Daß auch sie Teil des Konsolidierungsprogramms sind, hält Boeselager für geboten, nachdem sie in vorangegangenen Sparrunden verschont worden seien. Unter anderem sollen bistumsweit 25 Stellen in der Pastoral gestrichen werden. Um fünf Prozent soll der Haushaltsansatz für Küster, Hausmeister und Pfarrsekretärinnen gestrichen werden. "Das ist eine gigantische Größenordnung", sagte Boeselager. Geändert werden soll außerdem das System der Schlüsselzuweisungen, die den Gemeinden zukommen. Ein Teil dieser Zuwendungen richtet sich nach der Quadratmeterzahl der Kirchengebäude, die den Gemeinden gehören. "Diese Zuweisung soll künftig leistungsabhängig gewährt werden, je nach dem, wie sehr die Gemeinde ihre Gebäude auch für pastorale Zwecke nutzt", sagte Boeselager. Häuser, die leer stünden oder vermietet würden, werde das Bistum nicht mehr subventionieren.

Ausdrücklich lobte Boeselager den Willen von Gemeinden, sich mit anderen zusammenzuschließen. Das gelte besonders für Frankfurt und Wiesbaden. Den damit einhergehenden Konzentrationsprozeß halte er nicht für schädlich. Boeselager erinnerte an frühere Jahrhunderte, in denen es in Frankfurt außer den Klöstern nur eine Gemeinde, die Dompfarrei, gegeben habe.

Für notwendig erachtet der Finanzdirektor den Bau des "Hauses am Dom", einer Tagungs- und Begegnungsstätte des Bistums, in die das Zollamt an der Braubachstraße unweit des Doms umgebaut werden soll. In das Projekt will die Diözese Boeselager zufolge 20 Millionen Euro investieren. Wie berichtet, soll das Haus bis Ende 2005 eröffnet werden (toe.)

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