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Kinderhaus Frank Heimstatt für Schwerstbehinderte

27.07.2007 ·  Im Kinderhaus Frank leben 23 mehrfachbehinderte Kinder. Dank einer großzügigen Spende können einige von ihnen bald eine Ferienreise unternehmen.

Von Stefan Toepfer
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Eine Einrichtung, die regelmäßig auf finanzielle Zuwendungen angewiesen ist, kann 15.000 Euro gut gebrauchen. So viel Geld haben die beiden Lions Clubs Frankfurt Eschenheimer Turm und Sulzbach am Taunus dem Kinderhaus Frank in Sossenheim gespendet. Dort leben 23 schwerstmehrfachbehinderte Kinder, zwei von ihnen halten sich in dem Haus zu einer Kurzzeitpflege auf. Getragen wird es von dem stadtnahen Frankfurter Verein Arbeit und Erziehungshilfe.

Die pädagogische Einrichtung nimmt nach Angaben von Stefan Schäfer, Bereichsleiter für Behindertenhilfe bei dem Trägerverein, rund 50.000 Euro jährlich an Spenden ein. „Auf das Geld sind wir strukturell angwiesen“, so Schäfer. Die 15.000 Euro der Lions Clubs werden verwendet, um für fünf Bewohner einen einwöchigen Aufenthalt auf einem Bauernhof in Bayern und den Kauf einer neuen, großen Waschmaschine zu finanzieren.

Fahrt auf den Bauernhof

Schäfer dankte den Vertretern der Lionsclubs Georg Hübner (Frankfurt Eschenheimer Turm) und Angie Reeh-Schild (Sulzbach am Taunus) für die Unterstützung. Gesammelt worden war das Geld unter anderem bei einer Benefiz-Veranstaltung im English Theatre. Schon öfter haben Lions-Mitglieder die Arbeit im Kinderhaus gefördert.

Am Montag beginnt die Fahrt auf den Bauernhof für die fünf Mitglieder der Wohngruppe des Kinderhauses und deren Betreuer. In jenem Trakt wohnen Behinderte, die langsam auf ein Leben in einem Wohnheim außerhalb der Einrichtung vorbereitet werden können. Die anderen 16 Kinder und Jugendlichen leben in zwei Wohngruppen. Die Kosten für die Unterbringung und Pflege trägt der Landeswohlfahrtsverband. Mit ihm verhandelt Schäfer derzeit, denn der Verein möchte einen Betreuungsplatz mehr einrichten und die Kurzzeitpflege ausbauen. Diese wird vom Landeswohlfahrtsverband und den Pflegekassen gemeinsam getragen. „Es gibt eine große Nachfrage nach Kurzzeitpflege“, so Schäfer.

Derzeit wohnen in der Einrichtung am Dunantring Kinder und Jugendliche im Alter zwischen eineinhalb und 18 Jahren, wie Frank Enders, Heilerziehungspfleger und stellvertetender Hausleiter, schildert. Sie besuchen die Viktor-Frankl- und die Albert-Griesinger-Schule. „Die Hälfte der Familien hält noch Kontakt zu ihren Kindern, die andere Hälfte aus unterschiedlichen Gründen nicht“, sagt Schäfer. Zu diesen Gründen kann auch der Entzug des Sorgerechts gehören.

Kinder schlafen in Zweibettzimmern

Das Haus ist die einzige Einrichtung dieser Art in Frankfurt. Gegründet wurde es 1959 von der Kinderkrankenschwester Sigrid Frank, 1999 zog es von Königstein nach Frankfurt um. Der Verein Arbeit und Erziehungshilfe ist seit 1995 der Träger. 13 Mitarbeiterstellen gibt es in der Einrichtung, hinzu kommen Aushilfskräfte, so dass dort insgesamt 40 Menschen für die behinderten Bewohner da sind. Regelmäßig kommen andere Fachleute ins Haus, um die Bewohner mit Hilfe von Ergotherapie, Logopädie, Musiktherapie und Krankengymnastik zu fördern.

„Verursacht wurden die schweren Behinderung der Kinder zumeist durch Geburtskomplikationen, oder sie sind genetisch bedingt“, sagt Enders. „In Einzelfällen wurden sie aber auch durch Misshandlungen oder Unfälle hervorgerufen.“ Untergebracht sind die Kinder in Zweibettzimmern. Das Essen wird in einer eigenen Küche zubereitet. Zu der Einrichtung gehören Therapieräume, Wohn- und Essbereiche, speziell ausgestatette Badezimmer, Büroräume – und ein Waschzimmer, in dem die alte Waschmaschine dank der Spende nun durch eine neue ersetzt werden kann.

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