09.09.2007 · Katzenliebhaber können im Tierheim in Oberrad fündig werden. Dort werden 175 ausgesetzte, entlaufene oder verwaiste Katzen versorgt - und an neue Besitzer vermittelt.
Von Anna-Lena RothInmitten idyllischer Wiesen und an der Straße mit dem bezeichnenden Namen Speckweg kümmern sich seit nunmehr 40 Jahren Mitarbeiter des Katzentierheims Frankfurt um in Not geratene Vierbeiner. Mit rund 400 Tierliebhabern feierten sie in Oberrad bei ihrem traditionellen Tag der offenen Tür dieses Jubiläum: bei Kaffee, Kuchen, Imbiss – und einem Flohmarkt.
„Momentan kümmern wir uns hier um 175 Katzen“, berichtet Jürgen Speckmann, der Vorsitzende des Frankfurter Katzenschutzvereins. Jede einzelne von ihnen habe eine harte Zeit hinter sich, bevor sie ins Tierheim komme. Man versorge ausgesetzte, entlaufene oder verwaiste Katzen, sagt Speckmann und ergänzt stolz, dass fast immer genauso viele Tiere an neue Besitzer vermittelt werden können wie neue abgegeben werden.
„Katze und Mensch müssen zusammen passen“
Um die Vermittlung der Katzen kümmert sich Brigitte Maucolin, die das Tierheim leitet. Bevor sie einen ihrer Schützlinge hergibt, führt sie ein ausführliches Gespräch mit dem Kunden, in dem Wünsche, Wohnverhältnisse und Umfeld geklärt werden. So bekommt sie einen Eindruck vom Charakter des Menschen, der sich eine Katze halten möchte, und kann ihm das passende Tier empfehlen. Die Charaktereigenschaften von Katze und Mensch müssten einfach zusammen passen, wie sie sagt. „Das entscheidet meistens mein Bauchgefühl.“
Ihr persönlicher Liebling ist Rhodos, der vor einem Jahr abgegeben wurde, weil die Familie ins Ausland abgeschoben wurde. „Am Anfang war Rhodos verhaltensgestört und sehr aggressiv“, wie Maucolin sagt, doch mittlerweile gilt der 16 Jahre alte schwarz-weiße Kater als richtig verschmust. Fast genauso, wie die sieben Katzenbabys, die sich im „Mutter und Kind“-Gehege tummeln. Vor allem die kleinen Besucher des Fests äußerten sich begeistert: „Sind die süüüß“ und „Oh, guck mal, wie winzig“.
Auch Charlotte Fischer liebt Katzen, seit 40 Jahren schon, denn „sie sind so wunderschöne Biester“. Würden sie ihrem Charakter entsprechend aussehen, müssten sie allerdings Ochsenfröschen gleichen, sagt sie. Aber gut aussehen und auch noch einen guten Charakter haben – das sei dann doch zu viel verlangt. Es ist gerade diese Mischung, die sie an Katzen so reizt, wie die alte Dame sagt: „Warm, weich, biestig.“