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Investoren-Aufruf In der Altstadt werden 16 Häuser rekonstruiert

30.07.2010 ·  Insgesamt 16 Altstadthäuser und damit rund die Hälfte der auf dem Frankfurter Dom-Römer-Gelände geplanten Gebäude werden mit hoher Wahrscheinlichkeit rekonstruiert. Dies ist das Ergebnis eines Investoren-Aufrufs.

Von Rainer Schulze, Frankfurt
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Insgesamt 16 Altstadthäuser und damit rund die Hälfte der auf dem Frankfurter Dom-Römer-Gelände geplanten Gebäude werden mit hoher Wahrscheinlichkeit rekonstruiert. Dies ist das Ergebnis eines Investoren-Aufrufs, dessen Frist am Samstag endet. Wie der Geschäftsführer der für die Bebauung zuständigen Dom-Römer-Gesellschaft, Michael Guntersdorf, am Freitag auf Anfrage erläuterte, haben sich 122 Investoren beworben, die Mehrheit habe allerdings Interesse an Neubauten bekundet, die die Rekonstruktionen ergänzen sollen. Der offene Architekturwettbewerb für diese Neubauten wird Mitte August ausgeschrieben. Unter den gesetzten Teilnehmern sind die Frankfurter Architekten Bernhard Franken, Michael Landes und Jo Franzke.

Die Gesellschaft hatte Investoren, die ein Altstadthaus nutzen möchten, um Angebote gebeten, damit sie abschätzen kann, wie viele Neubauten ausgeschrieben werden müssen. Für den Architekturwettbewerb sind 18 Büros aus ganz Europa gesetzt, darunter elf deutsche, drei aus Basel, zwei aus Kopenhagen, eins aus Rotterdam und eins aus Madrid. Der Wettbewerb wird in zwölf Lose zu jeweils drei bis vier Häusern aufgeteilt. Die Neubauten orientieren sich an einer Gestaltungssatzung.

„Ausgewiesene Detailqualität“ als Auswahlkriterium

Das Auswahlkriterium für die gesetzten Büros – weitere Teilnehmer können sich bewerben – war nach Angaben des Vorsitzenden des Gestaltungsbeirats, Christoph Mäckler, eine „ausgewiesene Detailqualität“. Mit der Einladung sowohl von „konservativen“ als auch „modernen“ Büros wolle man Brücken bauen. „Die Architekten sollen sich mit der Geschichte des Ortes auseinanderzusetzen, ohne dass Retro-Architektur herauskommt“, sagte er.

Die Neubauten sind für die privaten Investoren offenbar eine qualitativ hochwertige Lösung. „Erstaunlicherweise hat ein Umdenken eingesetzt, seit die Leute wissen, dass über die Gestaltungssatzung ansprechende Gebäude entstehen“, sagte Guntersdorf, der von einem „Lernprozess“ spricht. 80 Bewerbungen sind für Neubauten eingegangen, 25 für Rekonstruktionen, der Rest entfällt auf einzelne Gewerbeeinheiten. Unter den Bewerbungen gibt es etliche Überschneidungen.

„In erster Linie Wohnquartier“


Bautechnisch sind auf den 34 Parzellen des Areals 21 Rekonstruktionen möglich. Den Wiederaufbau von acht dieser Häuser haben die Stadtverordneten beschlossen, die Stadt tritt hier finanziell in Vorleistung. Für 13 weitere Rekonstruktionen, die privat zu finanzieren sind, genügt das Quellenmaterial. Unter den 25 Bewerbungen, die für die Nutzung eines der rekonstruierten Häuser abgegeben wurden, sind einige Mehrfachnennungen, so dass rund die Hälfte der Gebäude, nämlich insgesamt 16, „sehr wahrscheinlich“ rekonstruiert werden, wie Guntersdorf sagt. Es gebe eine „klare Tendenz“, die Gebäude rund um den Hühnermarkt originalgetreu wieder aufzubauen.

Unter anderem gibt es für Gebäude an der Westseite des Hühnermarkts und nördlich des alten Krönungswegs mehrere Anfragen. Die Häuser auf der Südseite des Krönungswegs waren weniger begehrt, da deren Grundrisse abhängig vom angrenzenden Stadthaus sind, dessen Architektur noch nicht feststeht. Unter den Interessenten sind die Porzellanwerke Höchst und die Binding-Brauerei. Außerdem haben mehrere Restaurants und Cafés, ein Bäcker, ein Textilien- und ein Kunstgewerbehändler die Absicht, sich in der Altstadt anzusiedeln. An der Braubachstraße soll ein Hotel einziehen, am Hühnermarkt ist ein kleineres Gästehaus möglich. Guntersdorf zufolge soll maximal ein halbes Dutzend Restaurants rund um den Hühnermarkt, im „Goldenen Lämmchen“ und im Erdgeschoss des „Roten Hauses“ einziehen. „Wir wollen kein zweites Alt-Sachsenhausen, sondern in erster Linie ein Wohnquartier.“

Baubeginn im späten Frühjahr

Vor allem die hohen Baukosten – die Rekonstruktionen sind etwa 30 bis 50 Prozent teurer als Neubauten – und die kleinen Wohnungsgrundrisse haben offenbar abschreckend gewirkt. Die Dom-Römer-Gesellschaft hat Architekturbüros mit der Ermittlung der genauen Kosten beauftragt. Auf dieser Basis sollen im Herbst mit den Interessenten Vorverträge geschlossen werden. Fast für jede der 34 Altstadt-Parzellen gibt es einen Interessenten. Die Bewerbungen beziehen sich zum Teil nur auf einzelne Gewerbe- oder Wohneinheiten. Während die Frist für die Rekonstruktionen nun abläuft – Bewerbungen von Kurzentschlossenen will die Dom-Römer-GmbH auch in den nächsten Tagen noch annehmen –, will die Dom-Römer-Gesellschaft erst auf Grundlage der Architekturentwürfe mit der aktiven Vermarktung der Neubauten beginnen.

Die Wettbewerbsergebnisse sollen im Januar vorliegen, der Baubeginn ist für das späte Frühjahr angesetzt. Den Anfang soll die Rekonstruktion des zwischen dem Haus am Dom und der Braubachstraße gelegenen „Haus Rebstock“ machen. Ende 2015 soll das gesamte Projekt abgeschlossen sein. „Sollte sich der Wettbewerb für das Stadthaus nicht verzögern, können wir den Terminplan einhalten“, sagte Guntersdorf.

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