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Interview „Das Heroinprojekt ist Senckenbergische Praxis“

27.02.2007 ·  Herr Schopow, wie wird man denn Senckenberg-Administrator? Zufall – ein Administrator hat mich überredet.

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Herr Schopow, wie wird man denn Senckenberg-Administrator?

Zufall – ein Administrator hat mich überredet. Vier Mitglieder müssen ja Ärzte sein, und ich bin seit 24 Jahren in Frankfurt als Internist niedergelassen.

Haben Sie viel zu tun?

Ich bin nur wenig in meinem Beruf eingeschränkt. Die Adminstration trifft sich ein-, zweimal im Jahr. Im Senckenberg-Jahr ist natürlich mehr zu tun. Und da geht es mir besonders darum, dass die Leute verstehen, was Senckenbergs Idee bedeutet. Und dass er sein letztes Hemd dafür hergegeben hat.

Über was muss die Stiftung heute entscheiden?

Es geht um das Krankenhaus, das Bürgerhospital, und die Förderung wissenschaftlicher Projekte. Außerdem wollen wir uns für eine Vergrößerung des Senckenbergmuseums engagieren, die „Mensch – Natur – Kosmos“ heißen soll. Das dritte wichtige Engagement ist die Heroinvergabe in der Stadt.

Ein aktuelles Thema.

Das Bürgerhospital betreibt eine Klinik für Suchtkranke und Konsiliarpsychiatrie. Erst war die Heroinvergabe ein Forschungsprojekt, das mit der Stiftung verbunden war. Jetzt wird ein Partner in der Gesellschaft, die gegründet wurde und die das Projekt weiterführt, das Bürgerhospital. Als wir uns damals entschieden, haben wir uns überlegt, was Senckenberg getan hätte. Laut Satzung der Stiftung kümmert sie sich um die Gesundheitspflege in der Stadt. Das Projekt ist Senckenbergische Praxis.

Sie werden immer wieder mit dem Erhalt des Botanischen Gartens in Zusammenhang gebracht: Das hat nichts mit Gesundheit zu tun.

Das Grundstück gehört der Senckenbergischen Stiftung. Der Garten ist Nachfolger des von Senckenberg gegründeten ersten botanischen Gartens in Frankfurt, der den Arzneipflanzen gewidmet war. Wir haben vorgeschlagen, als eine Art Geldeinsammler und Verteiler aller am Garten interessierten Parteien zu fungieren. Bislang ist niemand darauf eingegangen.

Was hat die Stiftung sich für die Zukunft vorgenommen?

Außer dem neuen Lehrstuhl für Neuro-Onkologie ist die Stiftung dem pathologischen Institut der Universität, praktisch der Nachfolgerin von Senckenbergs Pathologie, verbunden. Derzeit fördern wir da ein Forschungsprojekt zur genetischen Analyse von Tumoren. Das auszubauen wäre großartig – wenn wir geeignete Partner finden.

Die Fragen stellte Eva-Maria Magel.

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