22.06.2005 · Alle Kinder, die im nächsten Schuljahr einen integrativen Platz in der Jahrgangsstufe eins brauchen, werden einen bekommen, heißt es von der Stadt, die damit anderslautenden Gerüchten wiederspricht.
Alle Kinder, die im nächsten Schuljahr einen integrativen Platz in der Jahrgangsstufe eins brauchen, werden einen bekommen. Das sagte der im Staatlichen Schulamt Frankfurt für Sonderpädagogik zuständige Dezernent Rainer Kilian nach einem Treffen aller 16 Schulleiter, die den sogenannten Gemeinsamen Unterricht anbieten. „Wir bekommen jedes Kind unter“, so Kilian, anderslautende Vermutungen seien grundlos. Unterdessen hält der Protest von Eltern mit Kindern an der Römerstadtschule an. Dort wird im nächsten Schuljahr nur eine integrative Klasse eröffnet werden können, Eltern sprechen aber von so vielen Anmeldungen, daß es zwei sein müßten.
„Uns kommt es nicht darauf an, den Gemeinsamen Unterricht abzubauen oder zu zerstören“, sagte gestern der Leiter des Staatlichen Schulamtes Hans-Rolf Eifert. Umstrukturierungen seien indes unumgänglich. Wie schon des öfteren hoben Eifert und Kilian hervor, daß es für die bevorstehenden Veränderungen mehrere Gründe gebe. So müßten zuerst die insgesamt der Behörde in Frankfurt zur Verteilung auf integrative Klassen zustehenden Stellen neu gestreut werden. Wie berichtet, hatte die dem Kultusministerium nachgeordnete Behörde jahrelang sehr viel mehr Stellen für den integrativen Unterricht verwandt, als dafür im Zuweisungserlaß des Landes eigentlich vorgesehen waren. Dagegen hatte sich im Sommer 2004 Protest unter anderem auch an Sonderschulen geregt.
„Ein schmerzhafter Prozeß“
Eifert ging darauf gestern nicht ein; er sprach vor allem davon, daß für Kinder mit „sonderpädagogischem Förderbedarf“ künftig wohnortnahe Angebote geschaffen werden sollten. Bisher konzentrieren sich die integrativen Klassen an den 16 Schulen, von denen zwölf Grundschulen sind, im Norden der Stadt. Die größte Veränderung, sagte Sonderschuldezernent Kilian, werde die Abkehr vom Prinzip der Zentrenbildung sein. Fürderhin werde sich „die Standortfrage nach der Bedarfslage richten“. Derzeit lägen fünf Anmeldungen für einen Integrationsplatz in einer ersten Klasse der Römerstadtschule vor. Eines der Kinder wohne allerdings in Bad Vilbel, ihm könne überhaupt nur dann ein Platz in Frankfurt gegeben werden, wenn dort einer frei sei.
Zu den unterschiedlichen Anmelde- und Bedarfszahlen, die in diesem Zusammenhang kursieren - der Stadtelternbeirat spricht von allein 14 Anmeldungen für integrativen Unterricht in der Römerstadtschule - sagte Kilian: „Wir haben in Frankfurt 36 Plätze für Gemeinsamen Unterricht in der ersten Klasse und heute 34 Anmeldungen.“ Abweichungen seien unter anderem dadurch entstanden, daß Eltern ihre Kinder an mehreren Schulen angemeldet hätten, „aber wir haben jede Liste überprüft, es sind dieselben Namen.“
Den Ärger an der Römerstadtschule kann Eifert nach eigenen Worten verstehen, weil weniger Klassen weniger Lehrer und damit eine Änderung der Arbeit an der Schule insgesamt bedeuteten: „Wenn es um Umverteilung geht, ist das ein schmerzhafter Prozeß für die, die abgeben müssen .“